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Rezension: Der Wein-Graf- Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau- ein Porträt- Wolfgang Junglas

Autor des vorliegenden Buches ist Wolfgang Junglas. Der im Rheingau lebende, studierte Soziologe arbeitet seit 1985 als fester, freier TV- Redakteur zunächst beim ZDF und später beim SWR in Mainz. Als Weinjournalist und Restaurantkritiker ist er Vorsitzender des Weinjournalistenvereins Weinfeder e. V., zudem Autor der TV-Serie "Landgasthöfe in Rheinland-Pfalz" und arbeitet  des Weiteren als Moderator und TV-Produzent. Zudem veranstaltet Junglas in der Brentanoscheune in Oestrich-Winkel das Bühnenprogramm der Rheingauer Wein Bühne. 

Graf Matuschka-Greiffenclau, "der Wein-Graf" hat Ende der 1970er Jahre an der Johannes- Gutenberg- Universität in Mainz  abends eine Vorlesung zum Thema Wein gehalten. Studenten aus allen Fachbereichen strömten in diese Vorlesung, um Wissenswertes über Wein zu erfahren. Dank seiner spannenden Ausführungen begann ich mich damals als junge Studentin für Wein  intensiver zu interessieren. 

Jahrzehnte später haben wir Weine von "Schloss Vollrads", dessen Inhaber Graf Matuschka -Greiffenclau einst war, auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt und mit dem heutigen Gutsverwalter Dr. Rowald Hepp ein Interview über das Weingut und die Weine realisiert. All dies hat mich neugierig auf  das Buch "Der Wein-Graf" gemacht.

Anlässlich des 20. Todestages von Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau hat Wolfgang Junglas den "König" des Rheingaus facettenreich porträtiert und versucht auf diese Weise eine Antwort auf die Frage nach dessen Selbstmord zu finden. 

Dem Text sind einige Fotos beigefügt, die dem Leser einen visuellen Eindruck von dem Protagonisten und seinem Anwesen vermitteln. 

Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau beging am 19.8.1997 Suizid. Das tragische Ereignis war damals nicht nur im Rheingau ein Thema für mancherlei Spekulationen. Als Ursachen für den Selbstmord kursierten Gerüchte, dass seine Gläubigerbank ihn in den Tod getrieben habe, auch war die Rede davon, dass schlechte Weinkritiken eine Rolle gespielt haben sollen. 

Junglas, der den Grafen auf Weinveranstaltungen mehrfach getroffen hatte, war beeindruckt von seiner Ausstrahlung, seinen Visionen und seinem Redetalent. Wie der Autor schreibt, habe Matuschka-Greiffenclau den Rheingauer und auch den deutschen Wein national und international verkörpert und ihn wie kaum ein anderer vertreten. Nicht zuletzt sehr beliebt bei den Frauen, ist es zunächst nicht nachvollziehbar, weshalb dieser Mann sich das Leben nahm. 

Wolfgang Junglas ging auf Spurensuche, besuchte  Schloss Vollrads und erfuhr dort viel von der langen Geschichte des Hauses, die sich zurückverfolgen lässt bis zu Zeiten Karls des Großen. Der Autor bringt dem Leser durch seinen historischen Abriss das alte Adelsgeschlecht  näher und lässt ihn auf diese Weise verstehen, welche familiäre Verantwortung auf diesem Mann mit großem Ehrbegriff gelastet hat. 

Grundlage für das Buch sind 60 Interviews mit Familienmitgliedern, engen Mitarbeitern, den Wein-Gefährten, dem Gutsverwalter und der Nassauischen Sparkasse als Hausbank, des Weiteren das Sichten von Pressearchiven und Originaldokumenten. 

Wolfgang Junglas skizziert zunächst die Kindheit, Jugend, das Studium und die Berufstätigkeit des Grafen und berichtet darüber wie dieser mit Elisabeth Schick, einer Kollegin bei Olivetti nach Vollrads zurückkehrt und die Leitung des Familienunternehmens übernimmt. Die beiden waren offenbar ein sehr gutes Team damals und entwickelten eine moderne Marketing-Strategie. Dazu gehörten kulinarische Weinproben, vor allem aber das erfolgreiche Bemühen, deutsche Weine in der Top-Gastronomie zu platzieren.

Junglas erzählt wie die vier Winzer Michael Graf Adelmann, Graf Matuschka –Greiffenclau, Carl von Schubert und Armin Diel in den 1980er Jahren in die deutsche Weingeschichte eingingen, indem sie durch die Top-Gastronomie tourten und für deutsche Weine warben. 1982 dann engagierte sich Matuschka-Greiffenclau für das Restaurant im "Grauen Haus", das ihm gehörte. Es ist das älteste Steinhaus Deutschlands. Schon wenig später wurde es das"Weinschmecker Restaurant" des Rheingaus. Hier wurden 120 hochwertige Rieslinge und Spätburgunder angeboten, die allesamt aus dem Rheingau kamen. Dazu kreierte der junge aufstrebende Koch Egbert Engelhardt sehr delikate Speisen. So wurde das idyllisch gelegene Haus schon 1984 mit einem Stern von Michelin ausgezeichnet.  Das Ambiente war wirklich überaus beeindruckend, die Weine und die Speisen ebenso.

Die Achtziger waren für den umtriebigen Adeligen gute Jahre. 1986 wurde Graf Erwein zum Präsidenten des Rheingauer Weinbauverbandes gewählt. Für den VDP-Weinverband hatte er damals viele Grundlagen gelegt, die den VDP erneut an die Spitze des deutschen Weinbaus brachten. 

Doch dann geriet Schloss Vollrads Anfang 1990 in eine materielle Schieflage. Darüber erfährt man im Buch Wissenswertes. Zu hohe Kostenfaktoren aufgrund der Erhaltung der Gebäude und die Bedienung der  beträchtlichen Kredite  beutelten den Grafen immer mehr. Auch der Verkauf einiger Objekte, so u.a. des Grauen Hauses konnte nur kurzfristig helfen. 

Wie die Dinge sich weiter zuspitzten und weshalb es letztlich immer desaströser für Matuschka-Greiffenclau  wurde, begreift man spätestens durch die Lektüre dieses Buches. Sehr aufschlussreich ist der abgedruckte "Abschiedsbrief an die Öffentlichkeit", der von Wolfgang Junglas interpretiert wird. Mein Blick bleibt lange an der Schrift des Grafen hängen und ich begreife aufgrund des Schriftbildes, weshalb  Graf Erwein sein Leben als zerbrochen ansah. 

Wie es nach dem Ableben von Erwein Graf Matuschka -Greiffenclau mit Schloss Vollrads weiterging, bleibt in dem Buch von Wolfgang Junglas auch nicht unerwähnt.

Nach der Lektüre denke ich spontan: 12% Zinsen sind eine Unverschämtheit. Das konnte nicht gut gehen... 

Empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Cocktails- Geschichte-Barkultur-Rezepte- Hallwag

Im Hallwag-Verlag  ist vor einigen Monaten dieses bemerkenswerte Cocktailbuch erschienen. Hier lernt man nicht nur zahlreiche Rezepte für Cocktails kennen, sondern es wird auch die Geschichte der Drinks in Augenschein genommen. Zudem erfährt man Wissenswertes über Arbeitsgeräte und Arbeitstechniken und hat Gelegenheit, sich ausgiebig mit Spirituosenkunde zu befassen. 

Bei den Spirituosen handelt es sich um: Rum, Whiskey, Gin, Cognac, Brandy, Tequila, Wodka, Eau de Vie, Likörweine, Wermut, Champagner, Cocktail Bitters, Absinth, Amaro und Liköre. 

Bittere Würztinkturen sind die wesentlichen Elemente der Cocktailkultur. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Geschmacksrichtung in den Vordergrund zu stellen oder es handelt sich um Aromen, sogenannte Aromatic Bitters. Amoro hingegen sind Kräuterbitter, die eine verdauungsfördernde Wirkung haben. 

Bei den Likören wird unterschieden zwischen Kräuter-, Frucht-, Crème-, Kaffee & Nuss, Whisky und Gewürzlikören. Dass das "Danziger Goldwasser"  ein Gewürzlikör ist, wird nicht allen bekannt sein und auch nicht, dass er neben Blattgoldflocken, Aromen von Kardamom, Lavendel, Zimt, Kümmel, Zitronen und anderes mehr enthält.  Die Mixtur klingt vielversprechend und erinnert mehr an den Orient als an Danzig zunächst. Doch dann  besinnt man sich der Deutschen Hanse und des Gewürzhandels und  erkennt blitzschnell den Zusammenhang.

Barobst und Bargewürze wie auch Kräuter werden sehr gut beschrieben und es wird gezeigt, welche Gläser man jeweils benutzt. Zudem wird erläutert, was alles in eine Homebar gehört, bevor man dann zur Tat schreiten kann. Weshalb nicht mit einem "El Draque" beginnen? Der Drink eignet sich bestens, um über Piraten zu erzählen, speziell über Sir Francis Drake und die Entwicklung des Cocktails, die mit der Seefahrt eng verbunden ist. Ob Drake "Danziger Goldwasser" etwas hätte abgewinnen können?  Vermutlich schon: Das Gold. Er hätte es seiner Königin zu Füßen gelegt und ihr versprochen, mehr davon  zu beschaffen. "El Draque" war ein harter Hund und als solcher ungeeignet, Likör zu goutieren....  

Empfehlenswert

Helga König

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Rezension: Wein- Mit allen Sinnen geniessen- Jacopo Cossater. Fabio Petroni - Edition Delius

Dieses bemerkenswerte, reich bebilderte Buch über Wein hat Jacopo Cossater geschrieben. Der gebürtige Venezianer studierte an der Universität in Perugia, um danach eine Ausbildung als Sommelier zu absolvieren. Heute arbeitet  er als Journalist in Umbrien. Von dort aus betreibt er seit einigen Jahren zwei der populärsten italienischen Weinblogs: Enoiche illusioni und Intravino.

Der studierte Fotograf Fabio Petroni hat die vielen ansprechenden Fotos für das Buch realisiert. Petroni stammt aus der Provinz Ancona. Derzeit ist er in Mailand beschäftigt und arbeitet mit anerkannten Fachleuten seines Gebiets zusammen. Spezialisiert hat er sich auf Porträt-und Stillleben-Fotografien. Dabei hat er schon zahlreiche Bücher zu Genussthemen publiziert und ist offizieller Fotograf des International Jumping Riders Club und der Young Riders Academy. 

Blättert man zunächst in diesem Buch, bereitet es großes Vergnügen, die schönen Fotos zu bestaunen, sei es von Trauben, von Weingläsern oder den mit Wein gefüllten Dekantern und natürlich von den Bildern der Aromenkomponenten der einzelnen hier vorgestellten Weine, als da sind: Früchte, Nüsse, Kräuter, Gewürze, Blüten etc. 

Das Buch beginnt mit geschichtlichen Betrachtungen im Hinblick auf Wein. Hier wird zunächst der Wein in der Antike thematisiert und nicht unerwähnt gelassen, dass vor allem die Römer es waren, die Weinpflanzen in alle Winkel des von ihnen eroberten Reichs brachten, konkret nach Spanien, nach Süd- und Nordfrankreich, nach Deutschland und auch nach England. So entwickelten sich die heute legendären Weingebiete, beispielsweise das Bordeaux, die Champagne, die Loire, die Mosel und das Rioja. 

Mit der Einführung der Glasflasche im 17. Jahrhundert fanden die ersten Weinflaschen Verbreitung. Man liest im geschichtlichen Teil auch von der Reblaus im 19. Jahrhundert,  zudem  u. a. von einer Entdeckung des Chemikers Louis Pasteur, dem es zu verdanken ist, dass sich ein immer größeres Wissen über die Funktion der Hefen während der alkoholischen Gärung durchsetzte.

Berichtet wird, wie sich in der neuen Welt allmählich interessante Weinanbaugebiete entwickelten, bevor man dann Wissenswertes über die Weinherstellung erfährt. Beginnend mit dem Weinberg, liest man welche Bedeutung das Terroir für die Weine hat, kann sich dann in Informationen zur Lese, Weinbereitung und zu den Reifeprozessen vertiefen und erfährt hier nicht zuletzt, dass während des Reifeprozesses, der auch Ausbau genannt wird, der Wein seine sensorischen Qualitäten nicht nur verbessert, sondern auch stets stabiler wird, bis dann der Zeitpunkt zur Flaschenabfüllung gekommen ist.

Im Rahmen der Verkostungsbetrachtungen wird man kundig gemacht  hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes von Wein, lernt auch Wissenswertes zur Geruchsprüfung und bekommt Gläser vorgestellt, die passend für die Aromaentfaltung bestimmter Weine sind. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass man Weinaromen in drei Kategorien unterteilt: primäre, sekundäre und tertiäre Aromen. Was dies im Einzelnen zu bedeuten hat, wird gut nachvollziehbar erläutert. 

Es folgen danach hilfreiche Informationen zur Geschmacksprüfung. Dann erfährt man, welcher Wein zu welchem Essen passt. Gelungene Kombinationen werten das Essen auf und machen den Wein lebendig. Sehr gut skizziert werden Merkmale von Speisen und von Weinen, um zu begreifen, wie diese sich gegenseitig befördern können. 

Auch über die  Flaschen und deren Verschlüsse wird man  bestens aufgeklärt und kann sich anhand von Bildern bewusst machen, welche Form eine Schlegel- und beispielsweise eine Albeisaflasche hat. Die Serviertemperatur und Informationen zum Weinkeller bleiben ebenfalls nicht ausgespart und man bleibt in punkto Schaumweine wie auch Champagner und Prosecco keineswegs unaufgeklärt. Hier auch beginnen die ersten Skizzierungen, deren Schema bei den Weinpräsentationen beibehalten werden. Zur Sprache kommt jeweils: Typ, Farbe, Geruch, Geschmack, Rebsorte, Herkunftsbezeichnung, Regionen, Serviertemperatur, Mindestalkoholgehalt und Speiseempfehlung.

Nach einer kurzen Einführung zum Weißwein lernt man die folgenden kennen: Chablis, Château-Chalon, Fiano die Avellino, Puligny –Montachet, Müller-Thurgau, Pinot Gris, Puilly-Fumé Riesling, Soave, Gewürztraminer, Verdicchio und Vouvray. Die einzelnen Weine werden textlich immer sehr gut dem Leser nahe gebracht und es wird stets mittels des oben genannten Schemas Wissenswertes zu den jeweiligen Weißweinen festgehalten. 

Es geht bei den präsentierten Weinen nicht um Produkte einzelner Weingüter, sondern um ausgesuchte Weine, die in bestimmten Regionen besonders gut gedeihen und repräsentativ sind. Vorgestellt werden übrigens die Geschmacks- und Geruchsnuancen  der 40 wichtigsten Weine der Welt.

Die Aromen der Weine sind durch einzelne Lebensmittel fotografisch präsentiert. Das sieht fantastisch aus und illustriert die Texte bestens. 

Genau wie bei den Weißweinen werden auch die Rotweine dem Leser näher gebracht.  Dabei handelt es sich um: Amarone della Valpolicella, Barolo, Brunello di Montalcino, Château-du-Pape, Chianti Classico, Gevrey-Chambertin, Herimitage, Montefalco Sagrantino, País, Pauillac, Pinotage, Pomerol, Pommard, Priorat, Ribera del Duero, Rioja, Saint-Émilion, Taurasi und Zinfandel. 

Auch hier ist es gelungen, dem Leser einen sehr guten Überblick zu verschaffen und zu verdeutlichen, worauf es bei den einzelnen Weinen jeweils ankommt. 

Die Süßweine wurden ebenfalls nicht vergessen. Hier werden vorgestellt: Icewine, Marsala, Passito di Pantelleria, Portwein, Recioto della Valpolicella, Sauterne, Sherry und Tokajer. 

Wiederum machen die Beschreibungen neugierig und man freut sich, den einen oder anderen Wein dann auch zu testen. Im Internet kann man alle erwähnten Weine bestellen, sei es bei Winzern oder aber bei guten Weinhändlern.

Im Anschluss begeistert ein umfangreiches Glossar alle, die Fachausdrücke aus dem Bereich Wein in ihren Sprachschatz übernehmen wollen.  Die visualisierten Düfte des Weines zum Schluss zeigen, was man erwarten kann, wenn man die Nase an das Glas hält und dabei intensiv riecht.

Es ist der Duft des Paradieses, der uns dann entgegen strömt.  Dieses wurde hier vortrefflich vermittelt. 

"Wein- Mit allen Sinnen Geniessen"  ist ein Prachtband, der auf Anhieb begeistert. Für gut gelaunte Weinfreunde stellt er sowohl einen intellektuellen als auch einen visuellen Leckerbissen dar.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

Überall im Handel erhältlich.

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Rezension: Der kleine Johnson- Weinführer 2017- Hallwag

Der kleine Johnson Weinführer gilt als der Nr. 1 Bestseller unter den Weinguides und wurde im Laufe von 40 Jahre 12 Millionen mal verkauft. 

Bei dem kleinen Johnson 2017 handelt es sich um eine Jubiläumsausgabe, die mit Angaben zum richtigen Gebrauch des Buches beginnt und mit Reflektionen zur Ausgabe 2017 seitens des Herausgebers Hugh Johnson fortgesetzt wird, um dann Allgemeines zum Jahrgang 2015 zu berichten, nicht nur, was Europa anbelangt, sondern auch im Hinblick auf die Neue Welt. 

Man liest Wissenswertes zu dem Jahrgang 2014, erfährt zudem auch etwas zu Alternativen herkömmlicher Rebsorten und kann sich dann in eine Fülle von Rebsorten vertiefen, die alle kurz beschrieben worden sind. Des Weiteren erfährt man, welche Vorspeisen, Meeresfrüchte und Fischgerichte, Fleisch, Geflügel und Wild, Vegetarische Gerichte und Desserts zu bestimmten Weinen passen. Dies ist sehr begrüßenswert, vor allem, wenn man auf Reisen ist und beispielsweise nicht weiß, was zur japanischen oder zur Thai- Küche passt. 

Eingeführt wird man in die technische Weinsprache und erfährt Näheres zur richtigen Temperatur des Weines, um nach weiterem Weinwissen, sich mit den Bewertungen von rund 15000 Weinen und ihren Jahrgängen befassen zu können. 

Untergliedert sind die Bewertungen in die einzelnen Länder, in denen Wein angebaut wird und zwar nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt, auch in Asien. 

Von jedem Land und den dortigen Regionen gibt es eine Landkarte. Dann erfährt man jeweils Wissenswertes zu neueren Jahrgängen in den einzelnen Weinregionen und im Anschluss dann kommen die besagten Weinbewertungen. Sich mit solchen zu befassen, kann oft sehr hilfreich sein.  Man muss nicht buchgläubig sein, aber man muss auch nicht das Rad zweimal erfinden.

Es folgen 40 kleine Weingeschichten.  Sie sind das Jubiläumsbonbon von Hugh Johnson. Es geht dabei übrigens um außergewöhnliche Rebsorten, besondere Anbaugebiete und überraschende Weine. 

Weshalb Jahr für Jahr den kleinen Johnson kaufen? Der Grund heißt Zeitgeist und Klimawandel. Genau damit nämlich befasst Johnson sich und zwar konkret im Weinbereich.  Dieser Weinpapst verschafft einen Überblick in Sachen Wein und das macht er perfekt. Das Nachschlagwerk sollte man immer dabei haben, wenn man unterwegs ist und keine Lust hat,  sich ein X für ein U vormachen zu lassen. Versuche dieser Art sind überall an der Tagesordnung. Leider.

Empfehlenswert. 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: #Winzer und #Weine im #Aargau- Stephan Thomas, Hans –Peter Siffert- AT Verlag

Dieser bemerkenswerte Bildband mit sehr informativen Textteilen möchte dazu beitragen, die Freude am Aargauer Wein auch über die Kantongrenzen hinweg zu verbreiten. In diesem Zusammenhang soll er den Schweizreisenden das Auge schärfen für die Reblagen des Kantons und fernerhin neugierig machen, landschaftlich pittoreske Rebgebiete im Surbtal, Fricktal und im Schenkenbergtal aufzusuchen. Vor allem aber soll angeregt werden, Weine aus dem Aargau zu probieren, so der Kultur Journalist Stephan Thomas. 

Untergliedert ist das Buch in sieben große Abschnitte. Dort werden 46 Weingüter vorgestellt.

Es handelt sich dabei um Weingüter folgender Regionen:

Rund um Aarau und das Schenkenbergertal 
Fricktal 
Region Geissberg 
Unteres Aaretal 
Limmattal 
Reusstal 
Seetal 

Vor den Beschreibungen der Weingüter kann man sich anhand einer Landkarte einen Eindruck von der Lage der einzelnen Weingüter verschaffen und sich zunächst in die Geschichte des Aargauer Weins vertiefen. Dieser Wein blickt auf eine ungefähr zweitausendjährige Tradition zurück.

Den Beschreibungen der Weingüter der genannten Regionen sind viele imposante Fotos beigegeben. Zudem erhält man vorab immer eine kurze  Skizzierung des Anbaugebietes. Die Weingüter werden allesamt sehr gut porträtiert. Man erfährt auch jeweils die Kontaktdaten und zudem, welche Rebsorten angebaut werden. 

Interessant ist, im Rahmen der Textbeiträge eine allgemeine Vorstellung von der Philosophie der Aargauer Weinmacher zu erhalten. Auf Seite 142 dann erfährt man Näheres über die Limmataler Rebberge. Dort werden primär Rotweine angebaut. Beschrieben werden sie als dicht, wuchtig und kräftig strukturiert. Die Grundlage hierfür sind heterogene Böden aus Jurakalk mit Mergel, Moränenuntergrund und Gletschergeschiebe. 

Einzelne Weingüter hier hervorzuheben, wäre unfair. Doch über die Weinbaugenossenschaft Birmenstorf darf man sicher ein Wort verlieren. Sie setzt sich nämlich aus knapp sechzig Hobbywinzern zusammen. Sie bauen primär Pinot noir an. Die Reblagen tragen altüberlieferte Namen und sollen touristenfreundlich ausgeschildert sein. 

Sehr lobenswert ist, dass man die einzelnen Winzer im Buch mittels Bild kennenlernt und auch Infos rund um den Aargauer Wein am Ende des Buches erhält, so etwa  über den Aargauer Staatswein oder über die Weinwanderwege und sich der vielen Impressionen erfreuen kann, die Hans-Peter Siffert realisiert hat. Er weckt damit gekonnt Neugierde für Winzer und Weine im Aargau.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im  Fachhandel erhältlich
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Rezension: Whisky- Schottland, Irland, Nordirland, England und Wales- Peter Hofmann

Das vorliegende Nachschlagewerk zum Thema Whisky von Peter Hoffmann befasst sich mit der Geschichte, Kultur, Herstellung dieses Getränkes und mit allen Destillerien. Es enthält zudem praktische Informationen für die Reise. 

Dabei schenkt das erste Kapitel des ersten Teils einen kurzen Überblick über die jahrtausendealte Entwicklungsgeschichte der Destillation im Allgemeinen. Hier liest man, dass Alkohol durch die Vergärung mindestens seit dem Jahre 8000 v. Chr. gewonnen wurde und es ein langer Weg von der ersten Erzeugung von Alkohol, den man durch Vergärung gewann bis hin zur Erfindung und Verfeinerung der Destillation war. Aufgeklärt wird man über das Wort "Destillation" und "Alkohol", das seinen Ursprung im Arabischen hat und erfährt, wann und wo der erste Whisky hergestellt wurde.

Informiert wird man wie Malt-Whisky zubereitet wird und was die Hauptbestandteile sind. Die Fässer sind auch ein Thema und des Weiteren der Herstellungsprozess, beginnend beim Mälzen , fortgeführt übers Maischen und Vergären hin zum Destillieren und dem Brennblasen. Dabei wird der Destillationsprozess, der aus drei Destillationen besteht,  genau beschrieben, des Weiteren auch das Abfüllen in Fässer, das Lagern und Reifen, das Abfüllen in Flaschen und die Kühlfilterung. Analog wird bei der Beschreibung der Zubereitung von Grain-Whisky und Blended Whisky vorgegangen. Whisky oder Whiskey ist eine Frage, bevor man mit der Whisky-Geschichte konfrontiert wird und Whisky-Arten aus Schottland kennen lernt. 

Die Malt-Whisky-Regionen werden in der Folge thematisiert und man erfährt Näheres über Reisen nach Schottland, auch über die kulinarische Genüsse von dort bleibt man nicht im Ungewissen und erhält eine Fülle von Tipps und Hinweisen für Schottlandreisen, bevor man dann im Rahmen von Whisky-Entdeckungsreisen die Länder Schottland, Irland, Nordirland, England und Wales kennenlernt und in diesem Zusammenhang mit deren Destillerien vertraut gemacht wird. 

Leider ist es unmöglich,  auch nur ansatzweise die vielen Fakten im Rahmen der Rezension zu streifen, schnell aber wird dem Leser klar, dass Whiskykennerschaft das Ergebnis einer langen Reise ist und neben der Verkostung vieler unterschiedlicher Marken, eine Menge Sachwissen erfordert.

Dass Reisen bildet, verdeutlicht dieses Buch, das Whiskyliebhaber lesen sollten, bevor sie sich auf den Weg machen.

Empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: #Rebsortenatlas #Spanien und #Portugal- #Hans_Jörg_Behm – #Ulmer-Verlag

Dieser textreiche Bildband ist von Hans-Jörg Böhm herausgegeben worden und führt in den Süden Europas, wo er und andere Autoren den Lesern die Rebsorten Spaniens und Portugals vorstellen. 

Im ersten Teil des Buches wird man mit der Geschichte und Entwicklung der Iberischen Rebsorten vertraut gemacht. Man liest Wissenswertes über die Völker und den Wein auf der Iberischen Halbinsel in der Bronze- und Eisenzeit, kann sich in Kartenmaterial vertiefen und sich ein Bild von Amphoren machen, in denen man damals  und später den Wein aufbewahrte. Im Geschichtsverlauf geht es dann weiter mit der Zeit des Römischen Imperiums auf der Halbinsel. Nachdem die Punier vertrieben worden waren, dominierten die Römer die Insel. Der römische Weinbau und die Kellerwirtschaft waren differenziert und fortgeschritten. Das bezeugen die Schriften von Plinius. Diese Entwicklung war vorteilhaft für Iberien.

Der Iberische Weinbau in der Antike und im Frühmittelalter, auch der Weinbau unter islamischer Herrschaft werden thematisiert und  die  Toleranz der Sarazenen im Hinblick auf die portugiesische Weinkultur hervorgehoben. Bemerkenswert sind die Betrachtungen hinsichtlich des Mittelalters und der Renaissance. So liest man hier u.a. bereits vom Handel mit Madeira und Portwein, Rioja und Sherry aus Jerez de la Fontera. 

Ausgiebig wird man über das Terroir informiert, um schließlich im Teil IV dann die Rebsorten Spaniens und Portugals umfassend kennenzulernen. Zur Sprache gebracht werden stets: Allgemeines wie Herkunft der Sorte, Hauptverbreitungsgebiet, Anbaufläche, Entwicklungstendenz etc. Hinzu kommen Daten zur regionalen Zulassung, Morphologie, Phänologie, zum vegetativen Potenzial, zu agronomischen und önologischen Eigenschaften. 

Die einzelnen Sorten kann man auf großformatigen Fotos genau anschauen. 

Das Nachschlagwerk ist für alle, die sich intensiv mit dem Traubengut in Portugal und Spanien befassen möchten, eine wirkliche Bereicherung und von daher:

Empfehlenswert. 

Helga König

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