Dieses Blog durchsuchen

Rezension: Baden - Ein #Weinreiseführer für Genießer (Broschiert)

Dies ist der vierte von insgesamt fünf Bänden der BUSCHE WEINTOUR, die ich in diesen Frühlingstagen nicht ohne Grund rezensiere, denn ich schätze es seit vielen Jahren in den Sommermonaten an Wochenenden, Weingegenden zu besuchen. Dabei habe ich ein besonderes Faible für Reiseziele in Baden, nicht zuletzt wegen der Menschen dort, die man aufgrund ihrer Herzlichkeit einfach lieben muss, dazu die delikaten Weine, das vorzügliche Essen, die schöne Landschaft und die vielen Sehenswürdigkeiten. Traumhaft.

Auch in diesem Weinreiseführer ist im vorderen Klappendeckel eine aufklappbare Landkarte verborgen und man kann sich hier zudem über die 10 schönsten Reiseziele, auf dem hinteren Klappendeckel dann über die fünf besten Weingüter und die fünf schönsten Touren kundig machen. Natürlich kann man unterschiedlicher Meinung sein, gerade was die fünf Weingüter anbelangt, aber wozu beckmessern?

Das Buch ist in nachstehende Kapitel untergliedert: 
Die Region und ihr Wein 
Blick in die Geschichte
Leute und Lebensart 
Erlebenswerte Weinorte in Baden (nach Bereichen) 
Weinwissen 
Zum Nachschlagen 

Vorgestellt wird die Erlebniswelt Baden, die man mit dem Fahrrad, zu Fuß, kletternd, im Wasser, mit dem Auto, aber auch in der Luft etc. entdecken kann. 15 500 ha Rebfläche machen deutlich, wie gut die klimatischen Bedingungen für den Weinanbau sind. In den 166 Weinbaugemeinden gibt es über 300 Weingüter, die in dem drittgrößten Weinanbaugebiet Deutschlands 1,3 Millionen hl Wein pro Jahr produzieren. Es gibt also demnach viel zu erkunden.

Das Buch enthält diverse Spezial- Beiträge, so etwa über edle Brände und beste Obstler, über Bodenseefelchen, über das Großherzogtum Baden, den Ortenauer Weinpfad etc. Darüber sollte man sich schlau machen.

Aufgeklärt wird man sehr gut über rote und weiße Rebsorten in Baden. Spätburgunder wird übrigens am häufigsten angebaut. Bei den Weißweinen wird auch der Gutedel erwähnt, der im Markgräflerland zu finden ist und den ich wegen seiner Säurearmut zu schätzen weiß.

Über die Arbeit des Winzers im Jahresspiegel wird man unterrichtet und auch darüber wie ein guter Wein entsteht. Interessant sind die Infos zur Geschichte und hier der historische Überblick anhand einer zweiseitigen Auflistung.

Die Lebensart der Badener und deren kulinarischen Vorlieben lernt man kennen, aber auch die Weinfeste dort im Jahresüberblick. Wunderbar beschrieben sind die Weinorte. Hier erfährt man Wissenswertes über alle Sehenswürdigkeiten, über gute Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und natürlich lernt man gute Weingüter kennen. Wer in Baden kein geeignetes Reiseziel für sich findet, dem ist nicht zu helfen. Ich hüte mich hier aufzuzählen, welche Orte mich besonders interessieren, denn es sind einfach zu viele, um nicht zu sagen alle und das, obschon ich nicht wenige bereits besucht habe. Baden und die Badener machen süchtig. Das lässt sich nicht verschweigen.

Nach der Beschreibung der Weinorte wird Weinwissen vermittelt. Dabei bleibt die Weinsprache nicht ausgespart. Kartenausschnitte runden den gelungenen Weinreiseführer zum Schluss dann ab und man braucht nur noch sein Ränzlein schnüren und schon kann es losgehen. 


Empfehlenswert

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

Rezension: Bordeaux- Legendäre Châteaux und ihre Weine- teNeues

Dieses wundervolle, reich bebilderte Buch mit dem vielversprechenden Titel " Bordeaux – Legendäre Châteaux und ihre Weine" hat Ralf Frenzel herausgegeben. Die eloquenten Texte sind in deutscher, englischer und französischer Sprache abgedruckt. Im Vorwort schreibt der Herausgeber, dass dieses Werk ein Bildband zu den architektonisch interessantesten und bekanntesten Weingütern des Bordelais sei und übertreibt damit nicht. Darüber hinaus erzählt es von den Persönlichkeiten und Weingütern, die die Region berühmt gemacht haben. 

Das Werk ist in sechs Abschnitte untergliedert 
Pauillac/ Saint-Julien 
Margaux 
Pomerol
Saint-Émilion 
Graves/Pessac-Lèognan 
Sauternes 

Insgesamt werden 24 Chateaux vorgestellt.  Den Anfang macht Chateau Mouton Rothschild. Die Textinfos genügen für einen ersten Überblick. Der Schwerpunkt wie bei  fast allen Bildbänden von teNeues liegt aber ganz klar bei den Bildern. Im Falle von Mouton Rothschild u.a. auch auf der Präsentation von Künstler-Etiketten, über die man Wissenswertes erfährt. Unerwähnt bleibt nicht die gesamte Rebfläche dort, auch nicht die kiesigen Böden, die mit Ton und Sand vermischt sind. Hier fühlt sich Cabernet Sauvignon wohl, auch Merlot und Cabernet Franc. 

Wer schon einige Bücher über das Bordeaux gelesen hat, wird sich dennoch mit Vergnügen in die Bilderwelt vertiefen und Gefallen finden an den vielen fast spielerisch übermittelten Kurzinfos, etwa worauf der Name Lafite zurückgeht. 

Château Lafite Rothschild verfügt heute über 107 ha Rebfläche. Auch hier erfährt man historisch Wissenswertes, liest Näheres zum Terroir, den Rebsorten etc. 

Unmöglich alle 24 Chateaux im Rahmen einer Rezension zu skizzieren. Große Weine aus Bordeaux bleiben, wenn man sie trinkt, ewig in Erinnerung. Vielleicht, weil man mehr als über andere während des Genusses über sie spricht, ein Hochamt aus einer solchen Verkostung macht. 

So erinnert man sich während des Betrachtens der Bilder und hier spezieller Flaschen vielleicht an längst vergangene Stunden und Gaumeneindrücke, die unvergesslich sind. 

Meine Vorliebe gilt Château Margaux. Seit dem 12. Jahrhundert bereits war das Potential dort entwickelt worden und mündete in eine erste Auktion von 230 Fässern Margaux in London. Château Margaux wurde eines der vier Premiers Crus und hier als einziges mit den vollen 20 Punkten. 

Über die Hierarchie der Bordeaux-Weine liest man übrigens auch Wissenswertes und gewinnt sogar Einblicke in die Wohnräume der Château-Besitzer,  der Häuser, die  nicht immer über Generationen in einer Hand geblieben wie das Beispiel Château Rauzan-Ségla zeigt. Verkäufe, Erbteilung, erneute Zusammenführung, Wiederverkäufe stellen den Verlauf der Firmengeschichte dar. 

Weine des Château Palmer sorgen nicht bei wenigen für Aha-Erlebnisse, doch neugierig machen mich Erzeugnisse des Château Cantenac Brown, die als weich und rund beschrieben werden, trotz des Ausbaus von bis zu 15 Monaten in Barrique mit mächtigen Tanninen. 

Das Pomerol ist mein Lieblingsgebiet im Bordeaux, des Merlots wegen. Sich in die dortigen Châteaux zu vertiefen, finde ich besonders spannend. "Château le Pin" wird hier als "The Most Beautiful Garage In The Word" bezeichnet und wurde 1982 von Parker mit der höchsten Punktzahl bedacht. Was die Weine auszeichnet, erahnt man nach der Lektüre bereits ein wenig.

Sehr gut gewählt auch sind die fünf Weingüter aus den Saint- Émilion. Erwähnen möchte ich hier Château La Gaffelière. Hier wird man zunächst über den Ursprung des Namens aufgeklärt und über die Geschichte. Das Herrenhaus wird gezeigt und man erfährt, dass 80% der Reben aus Merlot bestehen, die Weinberge naturnah gepflegt werden u.a. mehr. 

Château Haut Brion kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ddass hier erfolgreich gearbeitet wurde, sieht man an den gezeigten Einzelheiten. Dieser Erfolg präsentiert sich auch in der Schönheit von Château D ´Yquem im Sauternes. Hier schließlich erfährt man Wissenswertes über die Botrytis Cinerea und die Witterungsbedingungen für Top-Süßweine, Aushängeschild nicht nur für Chateau Yquem, sondern für Sauternes überhaupt. 

Auf den letzten Seiten dann werden pro Chateau folgende Daten aufgelistet: 
Gründung des Weingutes 
Klassifizierung 
Rebfläche 
Erstwein 
Zweitwein 
Website. 

Ein sehr schöner Prachband, der Lust auf Exkursionen, aber auch aufs Verkosten macht. 

Empfehlenswert

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich.

Onlinebestellung:  teNeues  oder Amazon

Rezension: "Der Weinatlas"- Hugh Johnson, Jancis Robinson

Autoren dieses Prachbandes sind Hugh Johnson, der weltweit wohl führende Weinautor und Jancis Robinson, eine der wenigen Weinautorinnen mit internationalem Ruf. 

Auf sieben Ausgaben des Weinatlas in 42 Jahren kann Hugh Johnson zurückblicken. Wenn der Daily Telegraph schreibt "Ein schlicht brillantes Werk", dann kann man unbedenklich zustimmen. Sich mit diesem Buch zu befassen, ist eine wahre Freude und verspricht Kurzweil in den dunklen Herbst- und Wintermonaten, denn man wird ja nicht nur zum Lesen motiviert, sondern auch zum Weintrinken. 

Das reich bebilderte Werk macht den Leser zunächst mit der Geschichte des Weins vertraut, die mit der Besiedlung des Mittelmeerraums ihren Anfang nimmt. Anschließend werden dann internationale Rebsorten vorgestellt und man hat sogar die Möglichkeit,  sich einen Eindruck von einer Pinot-Noir-Beere gegen Ende ihres Reifeprozesses zu verschaffen, weil von dieser ein Querschnittsbild gezeigt wird. 

Auführlich erläutert werden im Anschluss daran regionale Rebsorten wie Marsanne oder Carmenère. Erst dann wird das Thema Wein und Wetter abgehandelt. Hier auch erfährt man, dass eine durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge von mindestens 500 Milimeter erforderlich ist, um eine ausreichende Photosynthese für die Traubenreife sicherzustellen. Das Terroir ist ein weiteres Thema. So sollen manche Bio-Winzer auch Flora und Fauna, ob sichtbar oder mikroskopisch klein, zum Terroir zählen. Das wundert eigentlich nicht, denn zum Terroir soll wie man liest  das gesamte natürliche Umfeld einer Rebe zählen. 

Aufgeklärt wird man über die Arbeit im Weinberg und die Kunst des Kellermeisters und man liest zudem über Eiche und deren Alternativen, sowie über Flaschenverschlüsse. Derzeit experimentieren Hersteller quer durch die Branche mit Schraubverschlüssen unterschiedlicher Qualität. Mich selbst überzeugen Glaskorken am meisten. 

Das neue Denken in der neuen Kellerei wird an Skizzen sehr gut aufgezeigt, über Lagerzeiten von Wein erfährt man auch Wissenswertes und liest zudem wie man Weine entkorkt und serviert. Die idealen Weintemperaturen kann man einer Tafel entnehmen, bevor man sich kundig machen kann, wie man Weine fachgerecht verkostet sowie beurteilt und welche Worte man dazu sinnvollerweise nutzt. 

Dann werden einzelne Länder abgehandelt. Auffallend ist das bewundernswerte Kartenmaterial. Alle 215 enthaltenen Karten sind umfassend überarbeitet worden und bieten hervorragende Übersichten aber auch geografische Details. 15 Karten sind neu dazugekommen. Man erfährt Wissenswertes über Frankreich und den Wein dort ganz allgemein und auch Näheres zur Sprache französischer Etiketten. Dann werden die Weinregionen Frankreichs näher vorgestellt und auch deren Appellationen. Unmöglich auf all die Einzelheiten im Buch näher einzugehen, das man immer und immer wieder zur Hand nehmen sollte, um sich in einzelne Regionen zu vertiefen, so etwa in die Côte de Beaune und dort in das Mersault, das als das Herz des burgundischen Weißweines gilt. 

Neugierig auch machte mich sogleich die Côte de Nuits und hier Gevrey-Chambertin und dort die besten Lagen. Ich werde jetzt allerdings nicht auf einzelne Weingebiete weiter eingehen, weil das im begrenzten Rahmen ein Rezension nicht möglich ist, Speziell vertieft habe ich mich u.a. soviel nur ins Elsass, weil mit die dortigen Weine sehr interessieren und wir darüber demnächst mehr auf  "Buch, Kultur und Lifestyle" berichten wollen. 

Sehr erhellend auch die Informationen zur Sprache der Etiketten in Italien und natürlich die Betrachtungen der Weingebiete. Das Kartenmaterial hilft sich eine konkrete Vorstellung von den Regionen und deren Ausmaß zu machen, so etwa vom Chianti-Gebiet und speziell der Region, wo der Classico angebaut wird. 

Da wir vor  Kurzem geradet Weine aus Portugal vorgestellt haben, interessierten mich die Betrachtungen im Hinblick auf die neue Generation von gut ausgebildeten Winzern in Portugal natürlich sehr, nicht zuletzt, weil man von ihnen mehr und mehr gute Weine von dort erhoffen darf. 

Über Portwein und Portweinstile wird man auch aufgeklärt und über den Madeira, der auf der gleichnamigen portugiesischen Insel wächst.

Ganz hervorragend sind die deutschen Weinanbaugebiete abgehandelt worden, dabei wird der Rheingau in den westlichen und östlichen Rheingau untergliedert und bestens erläutert, gleiches gilt für andere Regionen, auch für Frankens Weinzentren. 

Besonders faszinierend sind natürlich die Weingebiete aus Übersee, nicht jeder wird da eine konkrete Vorstellung davon haben, woher der Wein kommt, den er gerade genießt. Wissen wir alle zwar noch, wo Napa Valley liegt,  werden wir  vielleicht unsicher, wenn wir Weinorte in Tasmanien beschreiben sollen. Spannend finde ich es,  die Weingebiete in Kroatien, Slowenien, Rumänien und Bulgarien näher zu erkunden und sich über die Weine der Schwarzmeerregion kundig zu machen. 

Es gibt noch viele Weine  zu verkosten und zu beschreiben, gerne auch Weine aus Patagonien. Dort hält die nahe Antarktis die Temperaturen niedrig und das trockene Klima und die kräftigen Winde verhindern Rebkrankheiten . Auf diese Weise entstehen  klare, struktur-, und charaktervolle Weine, die man natürlich genießen möchte. 

Dieser Weinatlas ist weit mehr als eine Kartensammlung, dass dürfte jedem nach dieser Rezension klar sein. Für gebildete Weinliebhaber ist er ein Geschenk vom Himmel, dessen Zauber speziell darin liegt, dass er Weine aus aller Welt geradezu magisch ins Haus zieht. 

Sehr empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hallwag-Verlag und können das Buch bestellen: http://www.gu.de/buecher/hallwag/standardwerke/730995-der-weinatlas/. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Schumann`s BAR- The Artistry of Mixing Drinks- Charles Schumann

Dieses Standardwerk für Mixgetränke hat der berühmte Mixologe und Barphilosoph Charles Schumann bereits 2011 verfasst. Es wurde nun im ZS-Verlag neu aufgelegt, weil der Verlag Collection Rolf Heyne seit Jahresbeginn nicht mehr existiert, aber dort bislang alle Bücher von Charles Schumann verlegt worden sind. 

Die Neuauflage des Buches wurde aktualisiert. 

Das umfangreiche Werk  fängt mit einem alphabetisch geordneten Register an, das die wichtigsten Drinkgruppen und Basisspirituosen enthält. Dann beginnen die Rezeptseiten, zunächst für Drinks und Cocktails, denen einige hilfreiche Vorbemerkungen vorangehen. Später dann erfährt man mehr zu Cocktail & Drinkgruppen. Dabei sollte man zunächst wissen, dass man American Drinks nach dem Volumen in Shortdrinks (bis zu 10 cl Inhalt) und Longdrings (bis zu 25 cl Inhalt und mehr) einteilt. 

Für Charles Schumann sind heute noch 13 von 30 Cocktail-& Drinkgruppen von Bedeutung als da sind: Aperitifs; Digestifs; Hangover-Drinks; Champagner-Cocktails; Sours, Fizzes, Collines; Eggnogs& Flips; Highballs; Juleps; Hot Drinks& Coffee-Drinks;Bowlen; Punches; Coladas; Alkoholfreie Cocktails& Drinks. 

Diese Gruppen werden ausführlich erklärt. Man erfährt, was einen perfekten Cocktail ausmacht, auch woraus er besteht, liest übers Shaken und die Reihenfolge der Ingredienzien. Das Rühren von Cocktails wird genauer beschrieben, auch das Arbeiten mit dem Elektromixer und man liest etwas über "Muddeln", das heißt das Zerquetschen von Obst und Blättern mit dem Stößel und über Barmaße. 

Das Handwerkszeug eines Mixers wird aufgelistet und anhand von Illustrationen dargestellt. Analog wird mit Bargläsern vorgegangen. Die Flaschen und Säfte an der Bar werden vorgestellt, auch die Zucker- und Früchtesirups, bevor man sich in einen Textbeitrag von Dr. Christof Friedrich über das Aromatisieren vertiefen kann. Anschließend liest man dann über Bitters, Gewürze u.a. mehr, auch Bargarnituren werden genannt und man erfährt wie man Salz- und Zuckerränder herstellt. 

Die wichtigsten internationalen Fachausdrücke an der Bar lernt man auch kennen und erfährt Wissenswertes über Schumann`s Barfood. 

Warenkunde von A-Z bringt dem Leser unendlich vielen Spirituosen nahe. Sich in diese Erläuterungen zu vertiefen, ist sehr wichtig, um zu wissen, welche man einsetzt, wenn man Drinks und Cocktails nach Rezepten aus dem Buch mixt. 

Ich habe die Rezepte nicht gezählt, die im Buch vermittelt werden, doch gelesen habe ich, dass es 500 sind. Wenn man sich genau an das hält, was im Rezept jeweils nachzulesen ist, muss man zwar immer noch üben, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, aber man weiß wenigstens, welche Zutaten erforderlich sind.

Die  hübsche Gestaltung des Buches und die Illustrationen stammen übrigens von Günter Mattei,

Ein tolles Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum ZaberSandmann-Verlag und können das Buch dort bestellen.http://www.zs-verlag.com/buch/schumanns-bar/. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.


Rezension:#Rum (Gebundene Ausgabe)

Der Verfasser dieses hochinformativen Buches ist er Wein- und Spirituosenexperte Dave Broom. Die vielen schönen Fotos wurden von dem Foodfotografen Jason Lowe geschossen.

Thema des vorliegenden Prachtbandes ist der Rum. Dies ist ein Branntwein, der durch Vergären und anschließendes Destillieren aus Zuckerohrmelasse hergestellt wird. Eigentlich ist er farblos. Durch Lagerung in Holzfässern entsteht die gelblich braune Farbe. Während in Deutschland Rum mindestens 38% Vol.-% Alkohol hat sind anderenorts 40% und 54% üblich.

Zuckerrohr wurde vor 10 000 Jahren in Neuguinea domestiziert. Etwa 6000 v. Chr. wurde es in Indien, auf den Philippinen und in Indonesien angebaut. Vom 7. Jahrhundert an wanderte das Zuckerrohr immer mehr nach Westen und gelangte in die Hände der Araber. Die Mauren schließlich brachten die Pflanze mit nach Europa. Zu diesem Zeitpunkt war Zucker noch Medizin aber ganz allmählich auch Symbol für Reichtum und Macht.

Als im 15. Jahrhundert in Europa die Nationalstaaten entstanden, wurde zunehmend die Kontrolle über die Zuckerproduktion angestrebt. Um 1450 wurden Inseln wie Madeira und die Kanarischen Inseln Hauptzuckerlieferanten. Der Zucker wurde nach Antwerpen und London verschifft. Holländer und Engländer konkurrierten um die Kontrolle dieses offenbar äußerst lukrativen Handels. In dieser Zeit galt Zucker noch als Gewürz.

Als die Spanier und Portugiesen Mittel- und Südamerika erobert hatten, bauten sie dort Zuckerrohr an und so begann der " Zuckerrausch". Über die historische Entwicklung von jener Zeit an berichtet der Autor ausführlich, erzählt von den frühen Zeiten der Rumherstellung, ( wie eingangs erwähnt wird Rum aus Zuckerrohrmelasse gemacht) und wie dieser Rum ganz allmählich Einlass in die höheren Gesellschaftsschichten fand.

Lange war er das Getränk der Sklaven. Erst als man den Rumpunsch erfand wurde der Rum gesellschaftsfähig. Nun boomte auf den karibischen Inseln die Rumproduktion. Der Autor beschreibt die so genannte amerikanische Rumrevolution und das Ende der Sklaverei, die Prohibition und dem Rumschmuggel und verdeutlicht, dass der Rum Wirtschaftgeschichte geschrieben hat. Des Weiteren wird man informiert wie Rum erzeugt wird, liest über Zuckerrohr, Zuckerproduktion, Hefe und Fermentation, das Steuern der Wärme und die Kunst der Destillation.

Nach der Lektüre des Buches weiß der Leser, was sich hinter Begriffen wie Pot Stills (Blasendestillation), Rums mit hohem Esteranteil, Column Stills (Säulendestillation) und Coffey Stills verbirgt , auch kann er zwischen Drei-Säulen-Anlagen und Mehrsäulenanlagen unterscheiden. Die Reifung, die Holzklassen und das Blending werden ebenfalls thematisiert. Der Rum verdankt nämlich seinen Geschmack einer einzelnen Person, dem so genannten Blendmeister. Worin dessen Aufgabe besteht, wird detailliert erklärt.

Im Anschluss daran werden die Inseln vorgestellt, auf denen karibischer Rum erzeugt wird. Es handelt sich dabei um die Inseln Kuba, Jamaika, die Dominikanische Republik/Haiti, Puerto Rico, Virgin Islands, Guyana, Martinique, Guadeloupe, Barbados, Saint Lucia, Trinidad und um kleine karibische Inselchen. Auch in Ländern wie Mexiko, Guatemala Nicaragua und anderen mehr wird übrigens lateinamerikanischer Rum hergestellt. Broom berichtet von den Besonderheiten der Rumherstellung auf allen Inseln und stellt in diesem Zusammenhang einzelne Rumerzeuger vor. Ferner wird erwähnt welchen Weg die Rumherstellung international genommen hat. Reunion und Mauritus erlebte im 19. Jahrhundert einen Boom. Von den vormals zahlreichen Destillerien sind heute nur noch drei übrig.
Wie genießt man Rum? Weshalb sind Zigarren und Rum auf natürliche Weise miteinander verbunden? Solche Fragen beantwortet der Autor in der Folge und wartet mit einer Fülle von Cocktail- Rezepten auf, so etwa:

Rum Punsch 2 ( 1860)
1 Pint Grüntee aufbrühen, Zucker hinzugeben. Die Teeblätter entfernen und den Tee in die Punschschüssel geben. Saft und ätherisches Öl (aus der Schale gepresst) von 2 Limonen hinzufügen. 2 TL Guavengelee in 1 Pint kochendem Wasser auflösen und hinzugeben:
6 Glas Cognac
2 Glas Madeira
1 Flasche alter Rum
1 Quart kochendes Wasser
Mit Muskatnuss bestreuen und mit Zucker abschmecken.

Vorsicht: Nicht alles alleine trinken, es sei denn Sie möchten ins Koma fallen.

Im letzten Teil des Buches werden über 200 Rums von A-Z vorgestellt und bewertet. Man erfährt hier Essentielles über die jeweiligen Aromen und die Farbe, den Eindruck am Gaumen, den Abgang und den Gesamteindruck. Auch die Bezugsquellen werden genannt.

Ein interessantes Buch mit beeindruckenden Bildern .

Empfehlenswert

Im Fachbuchhandel erhältlich.

Rezension: „Will keiner trinken, keiner lachen?“ - #Goethe und der #Wein

Bei diesem Büchlein aus der Insel-Bücherei handelt es sich um den Band Nr. 1400. Thema: Goethe und der Wein. Herausgeber sind Heiner Boehncke und Joachim Seng. 

Nach einer zwei Seiten umfassenden Vorrede der beiden Herren, beginnen die Betrachtungen des illustrieren Büchleins mit einer Reihe von Goethegedichten, die dem Wein huldigen. Dabei muss man wissen, dass einige der bekanntesten Weingedichte aus dem "West-östlichen Divan" stammen, in dem die Liebe und der Wein zwei Hauptmotive sind. 

Wie man eingangs schon erfährt, war bei dem großen Frankfurter Sohn der Wein nicht nur "Sorgenbrecher", "Balsamsaft" und "Medizin", sondern er diente gleichwohl auch als Lebenselexier und stimulierte seine Schaffenskraft. 

Nach einer Vielzahl von Wein-Gedichten hat man Gelegenheit Goethes Weinbiografie zu lesen und erfährt in diesem Zusammenhang auch, dass zu Goethes Zeiten in Frankfurt auf dem Sachsenhäuser Berg Wein angebaut wurde und die Frankfurter Altstadt von Weinbergen umgeben war. Bereits im 14. Jahrhundert wurde in der Mainmetropole Weinbau betrieben. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Weingärtner in Frankfurt eine Zunft bildeten und diverse andere Zünfte in der Stadt  vom Weinbau und Weinhandel profitierten. 

Dass Goethes Großvater väterlicherseits ein Franzose aus Lyon war, wird nicht jedem bekannt sein, viele aber wissen, dass die Familie ihm ein stattliches Vermögen verdankte, das der Schneidermeister, der in zweiter Ehe zum geschäftstüchtigen Weinbergbesitzer und Weinhändler wurde und 34 000 Liter Wein nach seinem Tode hinterließ. 12 000 Liter Flaschen bildeten den Grundbestand des Weinkellers, den die verwitwete Großmutter Goethes in ihrem Witwensitz "Am großen Hirschgraben" (Goethes Geburtsort) nach dem Kauf des Hauses einrichtete. Jahrzehnte später, der Dichter lebte bereits in Weimar, verkaufte Goethes Mutter besagtes Haus, das 60 Jahre im Familienbesitz war. Im Keller befanden sich noch 5775 Liter Wein. 

Goethe wuchs unter Weintrinkern und Weinkennern auf und lernte den Wein schon früh schätzen. Man erfährt Näheres zur Weinlese und Weinbereitung im Elternhaus und hier auch, dass viele Frankfurter Bürger sogenannte Gartenweine anbauten. Goethes Vater soll seinen eigenen Gartenwein besonders gerne getrunken haben. Weinduft bestimmte  die olfaktorische Erinnerung an Goethes Elternhaus.

Der Wein und die Liebe des jungen Goethe kommen zur Sprache und hier auch seine ausschweifende Jugendzeit in Leipzig. Wie man auf einer aquarellierten Bleistiftzeichnung um 1770/72 sehen kann, die Goethe angefertigt hat, gehörte Wein offenbar zu seinem kreativen Arbeitsprozess. 

Vom Weinkonsum, den Weinhändlern und Lieblingsweinen des Dichters später dann in Weimar in seinem Haus am Frauenplan liest man Wissenswertes und hier auch, dass die jährlichen Weinbestellungen Goethes alles andere als gering waren.  Bereits 1776 gab er 200 Taler seines Einkommen  für Wein aus,  1829 waren es dann 2184 Taler bei einem Einkommen von 10 000 Talern. Ein einfacher Soldat erhielt zum Vergleich einen Jahressold von 24 Talern. 

Der Weinliebhaber Goethe schätzte qualitativ hochwertigen Wein. So betrug der Preis für eine Flasche 1783er Würzburger Steinwein aus dem Herzoglichen Hofkeller 1 Taler.  Goethe war kein armer Poet, er konnte sich  problemlos ein Leben  als  Mann von Welt leisten und tat es auch. 

Man erhält u.a. Momentaufnahmen des Weinbestands im Hause am Frauenplan, so etwa aus dem Jahre 1816, erfährt dass Goethe verschiedene Frankenweine, aber auch Moselweine schätzte und u.a. Rotwein aus dem Languedoc trank. 2 Liter Wein soll Goethe täglich  genossen haben. Was er im Einzelnen zu sich nahm,  wird auch beschrieben. Da die Weine einen geringeren Alkoholgehalt hatten als heute, war der hohe Konsum nicht bedenklich, sondern schenkte ihm stattdessen ein langes Leben. 

Über Goethes Weingenuss auf Reisen wird man aufgeklärt. Er soll sowohl in Italien als auch auf seinen Reisen am Rhein, Main und Neckar Weinanbaugebiete besucht und dort Reben, die Böden und das Klima genauer beobachtet haben, um auf diese Weise mehr über den Wein und deren Ursprungsort in Erfahrung zu bringen. 

Sehr schön beschrieben ist Goethes Reise in den Rheingau. Der Dichter feierte seinen 65. Geburtstag in Wiesbaden auf Schloss Biebrich und wohnte 8 Tage bei Brentanos im Rheingau, wo er sich offenbar sehr wohl fühlte und "fürchterlich viel" trank, wie Antonia Brentano für die Nachwelt festhielt. 

Wen wundert also der nachstehende Vers Goethes aus dem "West-östlichen Divan", den man zum Schluss des Buches lesen kann: Typisch Goethe. 

Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein 
Trinkt sich das Alter wieder zur Jugend, 
So ist es wundervolle Tugend. 
Für Sorgen sorgt das liebe Leben, 
Und Sorgenbrecher sind die Reben. 

Johann Wolfgang von Goethe 

Empfehlenswert.

Überall im  Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung Insel oder Amazon


Rezension: Die schönsten Weindörfer

Francois Morel ist duch französische Weinanbaugebiete gereist und hat dort bemerkenswerte Weindörfer aufgesucht. Besagte Orte sind zumeist historisch gewachsen und haben archiktektonisch vieles zu bieten, was lohnt näher betrachtet zu werden. Das gilt für die elsässischen Glanzlichter Eguisheim, Kientzheim und Riquewihr, für das burgundische Beaune, für die Renaissance-Perle Azay-le Rideau im Loiretal, für Les-Baux de Provence und für den pittoresken Kleinod Saint-Emilion im Bordelais, um nur einige der hier fokussierten Orte aufzuzählen. Möchte man nähere Informationen über das jeweilige Terroir, die Weingüter, die Weine oder gar Hoteladressen haben, sollte man in diesem Buch danach nicht suchen.

Wer allerdings optische Anregungen für ein hübsches Reiseziel im Sinn hat und sich an kleinen Randbemerkungen über seltene Rebsorten und kleine Appellationen erfreuen kann, ist bei Morel bestens aufgehoben. Der Mondeuse, welcher in Savoyen bereits in der Antike angebaut wurde und Nuancen von Veilchen, Iris und Trüffel entwickelt, ist dem Autor ebenso eine Notiz wert, wie seine Kurzbetrachtungen über Grenache, Clairette, Rousanne etc...

An einem trüben Januartag, lohnt sich ein Blick auf die Felsenbucht von Cassis. Dort sind die Weinberge in Terrassen auf den steilen Hängen angelegt und alles ist in das wunderbare Licht des Mittelmeeres getaucht. Eine zauberhafte Impression!

Empfehlenswert

Helga König