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Rezension: 150 Bars, die man gesehen haben sollte-Gerstenberg

Dieses reich bebilderte Reisebuch der besonderen Art führt den Leser in 150 #Bars, die in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Ozeanien angesiedelt sind. Neben spannenden Barbeschreibungen und eindrucksvollen Fotos von diesen kultigen Orten findet man immer wieder auch Rezepte für typische Drinks, die in solch noblen Bars kredenzt werden.

#Jürgen_Lijcops, der fachkundige Autor, studierte an der #Burgundy_Wine_School in #Beaunne, war u.a. im Brüssler Drei-Sterne-Restaurant "#Bruneau" Maitre Sommelier und eröffnete  2016 die "#Bar_Burbure", die noch im selben Jahr die Auszeichnung "Bestes Barkonzept" erhielt. Der #Gault_Millau  kürte Jürgen Lijops zweimal zum besten #Sommelier und zum besten Gastwirt Belgiens. 

Auf der Reise durch das spektakuläre Barbuch liest man beispielsweise von der "Sloopy Joe´s Bar", die 1917 von dem Spanier José Abeal in #Havanna eröffnet wurde und jahrzehntelang ein Hotspot für amerikanische Touristen war. Dabei soll diese Bar wegen ihrer illustren Gäste wie etwa Ernst Hemingway oder #Spencer_Tracy zu den bekanntesten Bars des 20. Jahrhunderts gezählt haben. Vor ein paar Jahren wurde sie in mühevoller Kleinarbeit wieder originalgetreu hergestellt. 

Im Buch finden sich allerdings einige andere Bars mit langer Tradition, so etwa die #Kultbar "Dante" in New York. Auch hier war #Hemingway einst Gast. Diese Bar ist bekannt für seinen Drink mit dem Namen #Negroni, der #Gin, #Vermouth und #Campari enthält. 

Neugierig macht das Rezept für "Porto Cooler", das man in diesem auch Buch entdecken kann. Die vielen Eiswürfel, der Limettensaft, der White Port und ein spezielles Tonic schmecken nach Sommer und natürlich nach dem typischen Lebensgefühl der Portugiesen.  

Beeindruckend sind eine Bar in Athen mit einem seltenen Wandbehang aus dem 18. Jahrhundert hinter dem Tresen und die vielen tollen Bars in London. Dabei soll das "#Artesian" es mehrfach an die Spitze der "50 besten Bars der Welt" geschafft haben. 

Das "Schumann`s"  in München und auch die "Goldene Bar"  dort sind bestens beschrieben. Das gilt auch für die berühmte "Harry`s Bar" in Venedig, die bereits 1931 eröffnet wurde. Hier war Hemingway übrigens Stammgast und verfasste dort das Ende seines Romans "Über den Fluss und die Wälder", in dem die Bar mehrfach erwähnt wird.

Erstaunlich viele Bars in #Hongkong werden präsentiert und auch nicht wenige in #Singapur. Natürlich hat #Tokio ebenfalls im Hinblick auf Bars eine Menge zu bieten und auch #Melbourne und #Sidney. Das beweist das hier rezensierte Werk.

Alles in allem ein gelungenes Buch, nicht nur für #Weltenbummler, sondern auch für Menschen, die vielseitig interessiert sind und eine Idee davon haben möchten, wo andere in gepflegter Atmosphäre einen gelungenen Abend mit Freunden verbringen. Warum nicht in der noblen "Bar du PLaza Athénée" in #Paris? Sie soll zu einer der trendigsten Hotspots der Stadt zählen. Die Speise- und Getränkekarte bietet Außergewöhnliches und es scheint ein Ort zu sein, wo es viel zu sehen gibt. Nicht zu vergessen: Diese Bar führt eine große Auswahl an #Champagner. Gut, alles hat seinen Preis. Reden wir besser nicht davon und staunen lieber über die Vielfalt des Möglichen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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150 Bars, die man gesehen habe sollte

Rezension: Käse& Wein- Andreas Knecht, Armando Pipitone- Fona

Dieses reich bebilderte Käse& Wein-Buch ist eine Teamarbeit des Autors Andreas Knecht und des Sommeliers Armando Pipitone. Als Fotografen werden genannt, Svenja Knecht und Edith Horvath. 

Erzählt wird zunächst die Geschichte des Käses. Es waren Schafhirten aus Mesopotamien, die vor 5000 Jahren Schafsmägen zum Transport ihrer Tagesration Milch einsetzten. Die Erwärmung durch die Sonnenstrahlen und das fortwährende Schütteln wie auch Labreste im Schafsmagen bewirkten, dass die Milch klumpte. Auf diese Weise entstand der erste Labkäse. In der Folge entwickelte sich der Orient zum Zentrum der Milchverarbeitung. Später gelangte der Käse nach Griechenland, wo Aristoteles dann sogar ein Standardwerk zur Milch und zum Käse schrieb. Bei den Römern kam es schließlich zur Verbreitung des Käses. Sie begannen auch Kräuter unter den Käsebruch zu mischen. Nördlich der Alpen produzierten die Kelten Käse und als die Römer über die Alpen kamen, wurde die Alpenkäserei professionalisiert. Im Mittelalter waren es die Klöster, die Käse herstellten und ihn veredelten. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Schweizer Käse in ganz Europa vermarktet. 

Man erfährt im Buch wie Käse produziert wird, das heißt, welche Prozesse bei der Herstellung durchlaufen werden und lernt Käsefamilien kennen, die alle sehr gut skizziert werden. Es handelt sich dabei um #Frischkäse, #Weichkäse, #Halbhartkäse, Hart- und #Extrahartkäse. Sehr gut porträtiert werden verschiedene #Käseproduzenten und #Affineure. So lernt man gleich zu Beginn die Domäne von #Rolf_Beeler kennen. Der umtriebige Maitre Fromager Affineur aus dem Aargau stellt hochwertigen, ausgereiften #Schweizer_Käse her. Beeler soll nichts dem Zufall überlassen, liest man. Er überwacht ständig den Reifungskeller. Es werden einzelne Käsesorten, die er vertreibt, vorgestellt und näher beschrieben, die in kleinen Dorfkäsereien hergestellt werden und es gibt jeweils interessante Weinempfehlungen dazu. So etwa zu einem Vacherin Mont d òr, zu dem man bestimmte Weißweine genießen sollte. 

Es geht weiter mit der Berner Käsedynastie Glausner, zu deren Kunden u.a. diverse 5 Sterne-Hotels wie das Viktoria Jungfrau in Interlaken zählen. Wunderbare Käseskreationen der Glausners werden beschrieben, beispielsweise die "#Belper_Knolle" und der "#Sommerhimmu", zu dem Weiß- aber auch Rotwein empfohlen wird. 

Dann gibt es kurzweilig zu lesende Geschichten, wie jene vom verliebten Emmentaler und weitere Porträts, so etwa von #Jacky_Quesnot aus Colmar oder von #Mathias_Kündig aus Rorschach, beides Könner in ihrem Fach. All die tollen Käse, die stets sehr gut beschrieben werden, kann ich hier natürlich nicht benennen, aber vielleicht stellvertretend für viele den "#Gaperon_Fermier", - ihn schätze ich besonders- ein Buttermilch-Frischkäse aus der Limage, mit Knoblauch und Pfeffer gefüllt. Dazu trinkt man leicht süße Weißweine oder einen leichten Pinot Noir. 

Doch ich will nicht zu viel verraten. Neben den tollen Porträts der Macher und den Käsepräsentationen  gibt es zum Schluss noch bemerkenswerte Listen. Da werden einerseits wichtige Erkenntnisse in der Kombination von Wein und Käse benannt und andererseits eine Fülle von Käse-Wein-Kombinationen. Aufgelistet sind jeweils der Name des Käses, die Sorte, das Land, die Region, von welchem Tier die Milch stammt und die Weinempfehlungen. Besser geht es wirklich nicht nicht mehr. 

Ein gelungenes Werk. Bravo. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Käse & Wein

Rezension: Die Weinmacher-Ein Jahr mit den fränkischen Winzern- Stefan Bausewein, Julia Schuller

Das Autorenteam #Stefan_Bausewein und #Julia_Schuller stellen sich zu Beginn ihres reich bebilderten Buches als dessen Gestalter vor, die komplexe Arbeitsprozesse verständlich machen und zwar so, dass es Freude bereitet, die nächste Buchseite aufzuschlagen. Solch ein Versprechen macht natürlich neugierig.

Das Vorwort zu diesem Werk hat Dr. Hermann Kolesch verfasst. Er ist Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau. Dies lässt die Seriosität der Publikation erahnen, noch bevor man sie durch die ausgiebige Lektüre bestätigt bekommt.   

Bausewein&Schuller stellen in Wort und Bild 25 fränkische Weingüter vor, indem sie diese durch die Jahreszeiten begleiten und hier dem Leser Zugang zu den Mühen und Freuden der Weinmacher verschaffen. 

Auf einer doppelseitigen Landkarte erfährt man, wo die die einzelnen Weinorte lokalisiert sind. 

Die Präsentation beginnt mit dem Rebschnitt im Winter. Vorgestellt wird zunächst das Tun im #Privat_Weingut_Schmitt, dessen hervorragende Weine wir auf "Buch, Kultur und Lifestyle" bereits vorgestellt und auch ein Interview mit der Winzerin #Anja_Schmitt_Kraiß realisiert haben. Das Interview mit Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß im vorliegenden Buch ist eine tolle Ergänzung, weil es hier speziell um die Pergola-Erziehung geht. 

Anschließend befasst sich das Autorenteam mit den Arbeiten fränkischen Winzer im Frühling. Dabei handelt es sich um Drahtarbeiten, Niederziehen, Bodenbearbeitung und Begrünung. Vorgestellt  werden zunächst die #Winzer_Sommerach, die schon mehrfach als "Beste Deutsche Genossenschaft" ausgezeichnet wurden.  In diesem Fall kann man im Rahmen eines Interviews mehr über das Tun der Genossenschaftswinzer im Frühling erfahren- #Frank_Dietrich der geschäftsführende Vorstand,  äußert sich hier nicht nur zu arbeitstechnischen Fragen, sondern auch zu den Vorteilen und Schwierigkeiten einer Genossenschaft. 

Neben den Texten begeistern stets auch die tollen Fotos, so etwa von den Steillagen vom #Weingut_Fürst. #Sebastian_Fürst, Sohn des Spitzenwinzers Paul Fürst, äußert sich in seinem Interview u.a. zu den besonderen Herausforderungen von Terrassenanlagen. 

Dann liest man von einer der ältesten Weinbaufamilien im Maindreieck, der Familie Schmachtenberger. #Markus_Schmachtenberger ist Mitglied von #Ethos_Franken.  Die Gruppe von 13 jungen Winzern mit einer gemeinsamen Haltung, möchte Ökologie, Ökonomie und Soziales in Einklang bringen. 

Auch im dann folgenden Interview erfährt man Spannendes, was das Tun eines Winzers  im Frühling anbelangt. Hier meldet sich das #Weingut_Trockene_Schmitts zu Wort, das ausschließlich naturreine Weine ohne Zuckerzusatz erzeugt. 

Die Entwicklung der Reben- ein Thema im Frühling- wird  fotografisch  bestens  veranschaulicht. Dabei werden sofort nach der Weinblüte die ersten Beeren gebildet, nachdem die Fruchtknoten bestäubt worden sind. Sehr gut wird über die Färbung der Beeren und das Lesegut informiert, um dann im Interview mit der Winzerin #Christine_Pröstler. u.a. Wissenswertes über die Toplage Benediktusberg zu erfahren. 

Anschließend liest man von dem Gründungsmitglied von ETHOS, dem #Weingut_Neder, das im fränkischen Saaletal gelegen ist, dort am Rande des Biosphärenreservates Rhön umwelt- und ressourcenschonenden Weinbau betreibt und staunt über die wunderschönen Fotos, die zum Reisen motivieren.

Ich möchte nun nicht alle 25 Winzer und Winzerinnen, die im Buch vertreten sind, benennen, jedoch nicht unerwähnt lassen, dass alle preisgekrönt sind. 

Gelungen ist die fotografische Präsentation des Winzer-Werkzeugs und auch der Pflanzen, die zur Begrünung dienen. Solche Bilder prägen sich ein und sind lehrreich. 

Auch das  #Weingut_Juliusspital,  das eines der größten Weingüter Deutschlands ist, wird vorgestellt. Hier gibt #Nicolas_Frauer ein aufschlussreiches Interview. 

Gefreut habe ich mich, dass das #Weingut_Hillabrand mit sehr schönen Fotos und einem tollen Interview vertreten sind, weil wir diese Weine des Weinguts sehr schätzen. 

Gefallen hat mir das Foto eines Weinstocks mit entsprechenden Erläuterungen und ein Interview mit #Patek&Bachner, die seitens ihres Chefs, des Weingutbesitzer #Horst_Sauer Rebflächen zum Experimentieren zur Verfügung gestellt bekommen. Das nenne ich nobel.

Ein sehr ausführliches Interview hat #Andreas_Weigand gegeben, dessen Weingut sich aktuell in der Umstellung auf den ökologischen Weinbau befindet. Von ihm erfährt man, wie es um den Silvaner steht und was für ihn das fränkische Lebensgefühl bedeutet. 

Über die Weinlese im Herbst kann man sich visuell einen sehr guten Eindruck verschaffen, so etwa im #Weingut_Bürgerspital, das mit seinen 160 Eichenholzfässern einen der größten Holzfasskeller in Deutschland besitzt. Mit Stephan Krämer/ #Ökologischer_Land_&_Weinbau_Kraemer haben wir auch bereits gesprochen und dessen Weine vorgestellt. Das Interview im Buch in Verbindung mit den wunderschönen Bildern macht Lust auf seinen Wein, den man wirklich empfehlen kann. 

Besondere Neugierde hat bei mir das #Weingut_Franziska_Schömig geweckt, das ich bislang noch nicht kannte. Sie selbst bezeichnet sich als Nischenwinzerin, die ganz "abgefreakte Dinge" machen kann, weil sie keine Masse erzeugen muss. 

Alsdann erfolgt nach der Präsentation diverser weiterer Winzer der Winter und hier das #Weingut_Hans_Wirsching, dessen Weine wir ebenfalls schon vorgestellt haben und bereits drei Interviews mit #Andrea_Wirsching realisieren konnten. Das Autorenteam hat tolle Fragen gestellt, die von Andrea Wirsching wie immer mit viel Sachverstand beantwortet wurden. 

Aufschlussreich auch ist das Interview mit der #Büttnerei_Assmann und mit #Dr._Hermann_Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für Wein -& Gartenbau. Hier erfährt man von notwendigen neuen Lösungsansätzen im Bereich der #Steillagenbewirtschaftung in Franken. Dr. Kolesch setzt auf die #Digitalisierung und die# Robotik, die #Schwarmtechnologie. 

Fazit: Die Stärke des Buches liegt  eindeutig in den imposanten Bildern, den ausführlichen Interviews (kluge Fragen, informative Antworten) und der vermittelten Wertschätzung im Hinblick auf die Arbeit der vorgestellten Winzer, die alle ausgezeichnete Weine kreieren und auf diese Weise für die Weinregion Franken überzeugend werben. 

Sehr empfehlenswert, 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich Onlinebestellung ars vivendi oder Amazon

Rezension: Spirit of North-Cocktails an Drinks aus Skandinavien-Selma Slabiak-teNeues

Die gebürtige Dänin Selma Slabiak ging 2007 nach New York und machte sich in der dortigen Cocktailszene einen Namen. Als leitende Barkeeperin im gefeierten skandinavischen Sternerestaurant Aska war sie für das innovative Barprogramm zuständig. Des Weiteren arbeitete sie in angesehenen Cocktailbars in Brooklyn und Manhattan. Bekannt ist sie für fantasievolle Drinks, die neugierig auf die Zutaten machen. Es handelt sich dabei um skandinavische Ingredienzien. Inspirieren lässt sie sich von der nordischen Tradition. 

In diesem Buch geht es vor allem um Hygge. Das ist ein nordisches, angenehmes Lebensgefühl, das sich in den offerierten Cocktails spiegelt,  aber offenbar nur dann, wenn man die Drinks mit viel Herz zubereitet. 

Man erfährt zunächst Wissenswertes über die Basics für die Drinks, über die nordische Einmachtradition und erhält zudem Basicrezepte so etwa für "Oregeat". Das ist ein Sirup mit Mandelgeschmack.

Die Rezepte für skandinavische Cocktails in der Folge sind den Jahreszeiten zugeordnet. Dabei erzählt die Autorin vor jedem Rezept eine hübsche Geschichte, die mit dem Drink im Zusammenhang steht. So liest man, dass Frühlingsdrinks beispielsweise zumeist aus hellen Spirituosen gemixt werden, weil diese besser zu den zarten Geschmackszutaten passen 

"Diamond Day" soll an einen Spaziergang durch den Wald erinnern, wenn die Sonne durch die Blätter dringt und die Zweige das Licht diamantengleich brechen. Wenig später dann gibt es das Rezept für "Yggdrasil". Verwendet werden zu diesem alkoholfreien Cocktail u.a. eingelegte Fichtennadelspitzen. Die Fichte gilt im Norden als mächtiger Lebensbaum, der in Asgard, der Wohnstadt der Götter steht. Sogar ein Rezept für einen "Frühlingssalat" mit Fichtennadelspitzen lernt man kennen, den die Star-Mixologin mit geräucherten Makrelen und einem Glas eisgekühltem, selbstgemachten Aquavit serviert. 

Ausführlich erzählt sie über die Walpurgisnacht und mixt einen gleichnamigen Drink, der es in sich hat. 

Bei den Sommergetränken fällt der "Madigan" ins Auge. Walderdbeeren und Johannisbeeren spielen hier die entscheidende Rolle und so geht es weiter mit einem "Blixen", einem Cocktail , der nach der berühmten dänischen Schriftstellerin Tanja Blixen benannt worden ist. 

Auch im Herbst und im Winter spielen fruchtig-süße Nuancen in den Cocktails von Selma Slabiak oft eine Rolle. Überzeugend ist der "Paere Dansk", der nach Birne mundet. 

Was noch? Ein Rezept für "Glogg" wurde auch nicht vergessen. Das ist ein warmer, gewürzter Wein, der Gewürze wie Kardamom, Sternanis, Zimt und Gewürznelken enthält. 

Alles ein wenig geheimnisvoll wie die nordische Sagen und Mythenwelt…. Damit spannend zu lesen und interessant auszuprobieren sowie zu verkosten.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Spirit of the North - Cocktails und Drinks aus Skandinavien. Originelle Rezepte und nostalgische Geschichten aus dem hohen Norden - 19,4x24 cm, 160 Seiten

Rezension: Blaue Stunde- Rezepte, die den Abend feiern- Tapas, Antipasti, Mezze, Ceviche & Apéro – Stevan Paul – Brandstätter

Stevan Paul, der Autor dieses Buches, nennt die sogenannte Blaue Stunde einen magischen Moment. Sie sei die beste Zeit für Geschichten, zum Zuhören, zum Reden, zum Staunen und Lachen. Von daher kommen überall auf der Welt Menschen zu diesem Zeitpunkt zusammen und treffen sich an Tresen, Theken und Bars, in Pubs, Izakayas, Bodegas und Bistros, der Cervejaria und der Tapas-Bar auf ein Glas und ein paar Snacks. Diese spezielle Barfood-Kultur zählt in vielen Ländern zum kulinarischen Erbe.

Der Autor und die Fotografin Daniela Haug nehmen die Leser mit auf eine besondere kulinarische Reise nach Samoa, Australien, Japan, China, Indien, die Türkei, Griechenland, Ungarn, Italien, Österreich, Deutschland, Schweiz, Dänemark, Schweden, Spanien, Marokko, Belgien, Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Brasilien, USA und Mexiko. Stets erfährt man ein wenig über die Ess- und Trinkgewohnheiten des fokussierten Landes zur Blauen Stunde und auch ein wenig Anekdotisches. Impressionen in besagtem Zeitrahmen lassen den Blick lange verweilen, speziell wenn die Eindrücke exotisch anmuten.

Viele  köstliche Barfood- Rezepte werden vorgestellt, und es wird auch zumeist verraten, welche Getränke man in den einzelnen Ländern dazu genießt. Zum "Salade Lyonnaise" beispielsweise passt ein leichter, fruchtiger Côtes-de Provence-Rosé oder ein würziger "Entre deux mers" aus dem Bordelais, während man zu "eingelegtem Paprika mit Salamibroten" aus Ungarn  ein Glas Rotwein aber auch gut gekühlten Tokajer trinkt.

Sehr delikat ist das Rezept für "Pfirsiche mit Olivenöl und Parmaschinken". Dazu passt ein italienischer Wein ebenso wie Prosecco oder Aperol Spritz. Wer möchte, kann eine "Typische Heurigenplatte" aus Österreich zubereiten und Grünen Veltliner dazu reichen oder auch ein "Raclette" auf den Tisch bringen und einen Gutedel dazu genießen.

Die vielen delikaten Rezepte aus 24 Ländern machen neugierig, auch wenn manche vorgestellten Blaue-Stunden-Speisen eher mit anderen Getränken harmonieren, wenn man dem Autor Glauben schenkt. Gottlob gibt es für Muscheln zwei Rezepte im Buch. Die "Muscheln mit Knoblauch und Koriander“ aus Portugal passen sehr gut zu Vinho Verde. Das belgische Muschelgericht harmoniert wohl eher zu Bier und zu "Haggis Meatballs" gönnt sich der Brite einen Whisky.

Hin und wieder liest man sogar, welche Musik im Hintergrund spielen sollte, um sich sinnlich in das Land zu versetzen, dessen Speisen und Getränke man gerade genießt.


Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich.

Rezension: Cheers, Ladies!- Jennifer Croll, Kelly Shami- Prestel.

Verfasst hat dieses Buch die Kanadierin Jennifer Croll. Sie arbeitet als Schriftstellerin des Weiteren als Lektorin und schreibt zudem Artikel für Hochglanzmagazine. 

Kelly Shami, die Illustratorin, lebt in New York und arbeitet als Künstlerin und Schmuckdesignerin. Ihr besonderer Illustrationsstil führte zur Zusammenarbeit mit Marken wie Adidas, Nike, MTV, Cover Girl etc. 

Cheers Ladies! ist eine Hommage an 60 herausragende Frauen, die alle dazu beigetragen haben, das kulturelle Erscheinungsbild unserer Welt zu verändern. Dabei entstand die Idee zu den jeweiligen Cocktails in einigen Fällen durch das Werk der Namensgeberin zum Teil aber auch durch ihr Umfeld oder ihren persönlichen Stil. Bei manchen Cocktails handelt es sich nur um den Lieblingsdrink einer der Frauen, andere hingegen sind der subtile Ausdruck einer besonders prägnanten Persönlichkeit, gewissermaßen eine Interpretation der fokussierten Person. 

Bevor man die einzelnen Getränke näher kennenlernt, werden Utensilien zur Grundausstattung für die Zubereitung von Cocktails näher vorgestellt. Dann erfährt man etwas über traditionelle Gläser für Cocktails und auch das ein oder andere zu typischen Spirituosen sowie zu anderen Cocktailzutaten. Zudem werden Garnituren und Krusten (nicht alles ist aus Salz) vorgestellt. 

Für jede Dame und ihren persönlichen Cocktail steht eine Doppelseite zur Verfügung. Man erfährt auf der linken Seite stets etwas über die auf der rechten Seite visuell dargestellte  Person und erhält zudem das Rezept für den jeweiligen personenbezogenen Cocktail. 

Seite für Seite stellt sich die Präsentation witzig, originell und dabei kurzweilig dar. Die Kurzbiografien erweisen sich als spannende Lektüre, die Lust darauf machen, spezielle Drinks auszuprobieren uns so diese Personen auch sinnlich wahrzunehmen.

Virginia Woolf, die Wegbereiterin der modernistischen Literatur, bekannt für ihre experimentellen Romane und engagierten Essays, in denen sie die Gleichberechtigung der kreativen Frau forderte,  füllte sich im Alter von 59 Jahren Steine in die Taschen ihres Mantels und nahm sich in einem Fluss das Leben. Ihr Cocktail enthält viel Limettensaft. Das passt zu ihrem Ende. 

Marlene Dietrich, eine großartige Schauspielerin mit politischem Bewusstsein soll am Set Zitronen gelutscht haben, weil sie glaubte, das straffe die Mundmuskulatur. Den Drink, dessen Rezept man im Buch nachlesen kann, soll sie sich in einer Bar in Hollywood immer wieder bestellt haben, bis er schließlich ihren Namen erhielt. Zitronen gibt es hier nur als Garnitur.

Simone de Beauvoir genoss in Pariser Cafés am liebsten Aprikosencocktails und die 96 jährige Stilikone Iris Apfel schätzt Campari mit Sodawasser. Diesen Drink muss man sich merken, vielleicht hilft er ja, dass man bis ins hohe Alter jung bleibt.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Cheers, Ladies!: Berühmte Frauen und ihre Cocktails

Rezension: Wein genießen- Paula Bosch- Callwey

Die bekannteste, deutsche Sommelière und Weinautorin Paula Bosch ist die Verfasserin des sehr schönen, reich bebilderten und dabei informativen Werkes "Wein genießen", in dem sie ihr Weinwissen an ihre Leser weitergibt.

Das Buch ist in insgesamt 13 Kapitel untergliedert. Im Vorwort erfährt man, welches Ziel Paula Bosch mit ihrem Buch verfolgt. Es geht darum, die Veränderungen in der Weinproduktion, im Handel sowie beim Weintrinken aufzuzeigen und mit den Lesern auf Entdeckungsreise durch die internationale Weinwelt zu gehen. Hier berichtet die Sommelière aus ihrer Schatzkiste von Erfahrungen, Entwicklungen und Erkenntnissen beim Servieren wie Probieren von Wein.

Wein ist für Paula Bosch ein komplexes aber auch faszinierendes Thema. Dies ist der Grund, weshalb wir möglichst viel über ihn wissen sollten, um ihn so gut wie möglich zu verstehen.

Im ersten Kapitel nimmt die Autorin ihre Leser mit auf eine Kurzreise durch 13 verschiedene Weinbauländer, die sie häufig, mitunter sogar jährlich besucht. Ihre Reise beginnt in Deutschland. Hier skizziert sie zunächst die Entwicklungen im deutschen Weinbau, listet Zahlen zur Rebfläche, Produktion, zu den Anteilen von Weiß und Rot und den wichtigsten Rebsorten weiß und rot auf, um zu guter Letzt den Exportanteil des Weines  zu benennen.

Dann listet sie Besonderheiten und Gründe auf, die für die Qualität der deutschen Weine sprechen, und beschreibt kurz und knackig die Anbaugebiete und Regionen, um daraufhin bemerkenswerte Empfehlungen zu geben, teilweise von Weingütern, die selbst Weinkennern nicht immer bekannt sind. In genau dieser Weise verfährt die Autorin bei den Weinbauländern Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Südafrika, Australien, Argentinien, Chile und den USA. Alsdann stellt #Paula_Bosch junge oder angesagte Winzer und ihre Weine aus besagten Anbaugebieten vor und nennt jeweils drei spezielle Weine, die man unbedingt probieren sollte. 

Von alten und neuen Hypes liest man. Hier geht es um Reflektionen über Biowein, biologisch-dynamisch erzeugten Wein, Naturwein, Orangewein und um veganen Wein. Anschließend lernt man rote und weiße Rebsorten näher kennen. Hierzu gibt es auch schöne Fotos und stets eine exaktes Porträt plus Typisierung und eine Auflistung der jeweiligen Aromen als auch der Bodenbeschaffenheiten in verschiedenen Weingebieten. Zudem erfährt man, wie viel ha der Rebsorte in den einzelnen Ländern angebaut werden, um sich anschließend mit Champagner, Sekt und Co befassen zu können und wiederum tolle Tipps zu Erzeugern vermittelt zu bekommen. 

Spannend ist auch, was die Autorin in Sachen Prosecco schreibt und hier vor allem, woran man einen guten Prosecco erkennt. Noch spannender wird es im Kapitel "Vom richtigen Weinkauf". Dort lässt Paula Bosch in ihren Betrachtungen weder Supermärke, den Weinfach-, noch den Onlinehandel aus und gibt Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte. 

Im Kapitel "Erhalte mir die Qualität" erfährt man mehr zu "Keller, Klimaschrank und Korkenzieher", liest über Gläser und deren Form sowie auch über deren Funktionalität und kann sich nicht zuletzt über das Dekantieren kundig machen. Weiter geht es mit dem Probieren von Wein und was man zu einem solchen Zeitpunkt tunlichst vermeiden sollte. Hier liest man beispielsweise auch, was man bei den Trinktemperaturen beachten muss. 

Es führt zu weit, alles, was im Buch benannt wird, hier anzureißen. Spannend zu lesen ist das Kapitel Weinkarten und Sommeliers in der Gastronomie. Dort erfährt man mancherlei, was in anderen Weinbüchern nicht zur Sprache gebracht wird. 

Im Kapitel “Essen und Trinken“ geht es darum, welche Weine zu welchen Speisen oder Lebensmitteln passen. Diese Seiten des Buches sollte man immer mal wieder studieren und die angebotenen Kombinationen auch probieren. Ganz wichtig scheint mir der Satz "Je weniger und einfacher die Beilagen oder das Drumherum bei Fleisch und je edler die Jus, desto größer, besser und raffinierter darf die Qualität des Rotweins sein". 

Die Informationen zu Käse und Rotwein sind hervorragend. Man sollte auch hier immer wieder nachlesen, bevor man zur Tat schreitet, da nur Ignoranten das Rad bekanntermaßen zweimal zu erfinden suchen. Im Einmaleins für gelungene Kombinationen erfährt man all das, was man sich tief ins Gedächtnis einprägen sollte, beispielsweise, dass Bitterkeit durch Säure und Schärfe (Zitrone, Ingwer, Chili und Pfeffer) verstärkt wird. Dann beantwortet Paula Bosch eine Vielzahl bemerkenswerter Fragen, so etwa die Frage "Wie ernst nehmen Sie Punktebewertungen?" Und in dem sich dann anschließenden Kapitel werden "Fragen rund um den Wein" mehr als nur zufriedenstellend beantwortet. Abgerundet wird das Buch mit Adressen von 50 sehr guten Weinbars, Bezugsquellen für Wein sowie eine Verzeichnis zu Büchern, jährlichen Weinführern, Magazinen, Bloggs, Websites, Weinkursen sowie Weinschulen und Weinmessen. 

Alles in allem ein grandioses Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle. 

Maximal empfehlenswert.

Überall im Fachhandel erhältlich

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Wein genießen: Das Weinwissen Deutschlands bekanntester Sommelière