Dieses Blog durchsuchen

Rezension: #Rebsortenatlas #Spanien und #Portugal- #Hans_Jörg_Behm – #Ulmer-Verlag

Dieser textreiche Bildband ist von Hans-Jörg Böhm herausgegeben worden und führt in den Süden Europas, wo er und andere Autoren den Lesern die Rebsorten Spaniens und Portugals vorstellen. 

Im ersten Teil des Buches wird man mit der Geschichte und Entwicklung der Iberischen Rebsorten vertraut gemacht. Man liest Wissenswertes über die Völker und den Wein auf der Iberischen Halbinsel in der Bronze- und Eisenzeit, kann sich in Kartenmaterial vertiefen und sich ein Bild von Amphoren machen, in denen man damals  und später den Wein aufbewahrte. Im Geschichtsverlauf geht es dann weiter mit der Zeit des Römischen Imperiums auf der Halbinsel. Nachdem die Punier vertrieben worden waren, dominierten die Römer die Insel. Der römische Weinbau und die Kellerwirtschaft waren differenziert und fortgeschritten. Das bezeugen die Schriften von Plinius. Diese Entwicklung war vorteilhaft für Iberien.

Der Iberische Weinbau in der Antike und im Frühmittelalter, auch der Weinbau unter islamischer Herrschaft werden thematisiert und  die  Toleranz der Sarazenen im Hinblick auf die portugiesische Weinkultur hervorgehoben. Bemerkenswert sind die Betrachtungen hinsichtlich des Mittelalters und der Renaissance. So liest man hier u.a. bereits vom Handel mit Madeira und Portwein, Rioja und Sherry aus Jerez de la Fontera. 

Ausgiebig wird man über das Terroir informiert, um schließlich im Teil IV dann die Rebsorten Spaniens und Portugals umfassend kennenzulernen. Zur Sprache gebracht werden stets: Allgemeines wie Herkunft der Sorte, Hauptverbreitungsgebiet, Anbaufläche, Entwicklungstendenz etc. Hinzu kommen Daten zur regionalen Zulassung, Morphologie, Phänologie, zum vegetativen Potenzial, zu agronomischen und önologischen Eigenschaften. 

Die einzelnen Sorten kann man auf großformatigen Fotos genau anschauen. 

Das Nachschlagwerk ist für alle, die sich intensiv mit dem Traubengut in Portugal und Spanien befassen möchten, eine wirkliche Bereicherung und von daher:

Empfehlenswert. 

Helga König

Im Fachbuchhandel überall erhältlich

Onlinebestellung: Ulmer oder Amazon

Rezension: #Rebsorten ABC- #Reben und ihre Weine- #Dagmar_Ehrlich- #Hallwag

Die Önologin Dagmar Ehrlich ist die Autorin dieses Weinlexikons, das in alphabetischer Reihenfolge mit Informationen zu über 120 Rebsorten und daraus hergestellten Weinen aufwartet. Dabei sind alle Porträts ähnlich gegliedert. 

Zunächst aber erfährt man Wissenswertes über die Wildrebe, deren Geschichte zurückreicht bis in die Kreidezeit vor etwa 130 bis 67 Millionen Jahren. Ahnen unserer Kulturrebsorten sind europäische Wildreben wie sie heute noch im Kaukasus, auf dem Balkan oder am Oberrhein gedeihen. Wissen sollte man hier, dass Vorstufen auf dem Weg von der Wildrebe zur Edelrebe durch spontane Mutation entstanden sind. 

Schon 5000 v. Chr hat man in Mesopotamien und Ägypten Wein angebaut und zubereitet. Die Römer haben mit der Kultivierung der Reben etwa 300 v. Chr. begonnen. Sie kannten bereits 130 Rebsorten und entwickelten diese durch Selektion immer weiter. Von heute etwa zugelassenen 2500 Rebsorten wird etwa 100 eine besondere Bedeutung zugesprochen. Man liest u.a. Näheres zur Ampelographie (Rebsortenkunde), auch zur Rebzüchtung, zu Klon sowie Unterlage und wird über Klima und Boden zufriedenstellend informiert. Dann werden die Rebsorten im Porträt vorgestellt. 

Dabei wird stets nach einem bestimmten Schema verfahren: Unter dem Namen steht die Aussprache. Es folgen die häufigsten Synonyme, die Herkunft und die Hauptanbaugebiete, Angaben zum Weinstil, Farbe, Körper, Säure, Aroma, mögliche Essensbegleiter und die essentiellen Besonderheiten der Sorte. Bei den regionalen Sorten wird fernerhin auf deren wichtigste Weine und bei den Ökosorten auf den Namen der Züchtung hingewiesen. Im Kapitel "Cuvées und ihre Rebsorten" werden die bekanntesten aus mehreren Rebsorten verschnittenen Weine präsentiert, so etwa der Weißherbst, der Tokajer, auch der Rioja oder auch der Chianti Classico. 

Dieses Nachschlagwerk sollte jeder Weingenießer im Haus haben, weil es einen perfekten Überblick hinsichtlich der Rebsorten und der jeweiligen Weincharakteristik verschafft. 

Empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich.
Onlinebestellung: Hallwag oder Amazon


Rezension: #Deutscher_Wein #Deutsche_Küche- #Paula_Bosch #Tim_Raue, #Callwey

Dieses wunderbare Buch aus dem Callwey-Verlag ist das Werk der renommierten #Sommelière Paula Bosch und des ebenso renommierten Küchenchefs Tim Raue. Beide Autoren haben ein Vorwort dazu verfasst, das jeweils von einem Foto begleitet wird, das die Macher beim Weingenießen zeigt.

Paula Bosch lässt die Leser hier u.a. wissen, dass sie die Auswahl der #Winzer für dieses Buch vor dem Hintergrund der deutschen Weinerfolgsgeschichte in den vergangenen 30 Jahren getroffen habe. Es handelt sich hierbei um Weinmacher, deren Erfolge sie miterleben konnte, Winzer, die ihre elterlichen Betriebe zum Teil völlig umgekrempelt oder aber auf deren Erfolgen aufgebaut haben. In Bezug auf Essen und Wein schreibt sie, dass es sich bei ihren persönlichen Empfehlungen nicht um starre Regeln handelt.

Tim Raue, der mit Michael Jäger die Gerichte für Deutschland rezeptiert hat, lässt nicht unerwähnt, dass diese im Stil des "La Soupe Populaire" zubereitet worden sind. Dabei handelt es sich um das namhaftes Restaurant in Berlin, wo Raue u.a. tätig ist.

Man erfährt im Vorfeld mehr zur Auswahl der Weine, bevor Paula Bosch dann 100 Winzer und ihre Weine fachkundig präsentiert. Die Präsentation ist untergliedert in die einzelnen Weinregionen. Ein Kartenausschnitt zeigt jeweils, wo die besprochenen Weingüter liegen und anhand eines Portraits der einzelnen Regionen hat man dann stets einen Eindruck, was uns bei den vorgestellten Winzern Grundsätzliches erwartet.

Über die einzelnen Winzer und die Weingüter schreibt Paula Bosch viel Informatives und lässt den Leser stets wissen, welche hervorragenden Lagen und Rebsorten das jeweils vorgestellte Weingut besitzt. Die ansprechenden Fotos machen dabei zusätzlich Lust auf eine Weinreise. Zudem bespricht die  #Sommelière  immer einige der Weine des gerade präsentierten Weingutes und nennt auch deren Preisniveau. 

Paula Bosch geht in ihren Besprechungen lobenswert fair mit allen Weinen um, so dass es eine wahre Freude ist, die Besprechungen zu lesen und im Anschluss daran, diese Weine selbst zu verkosten. Die Kennerin skizziert auch weiße und rote Rebsorten und nennt typische Aromen in den einzelnen Anbaugebieten im Hinblick auf die Sorten. Daran schließt der Rezeptteil an. 

Den Rezepten ist stets eine kleine Anekdote voran gestellt. Dann werden die Zutaten genannt und wie man die Speise anrichtet. Es folgt anschließend der Weintipp von Paula Bosch und die Erläuterung, weshalb der ausgewählte Wein so gut zu dem entsprechenden Gericht passt. Die Rezeptergebnisse sind alle bildlich dargestellt. 

Dass zu den edlen Weinen nur edle Gerichte passen, dürfte jedem klar sein und dass  ein "Leipziger Allerlei mit Flusskrebsen, Kalbsbries und Morchelrahm" vorzüglich mundet, versteht sich von selbst, doch gewiss weiß nicht jeder, weshalb man dazu einen ganz bestimmten Weißwein trinken sollte, damit die Geschmacksnoten des Essens mit jenen des dazu angedachten Gerichts perfekt harmonieren. Begeistert hat mich das Rezept für  "Königsberger Klopse", weil es Zutaten enthält, die eher ungewöhnlich für dieses Gericht sind, so etwa Kalbsbries und süßen Senf. Dazu gibt es einen sehr feinen Riesling aus dem Rheingau vom Winzer des Jahres 2016, womit das alte ostpreußische Gericht in den Adelsstand erhoben worden ist. 

Ein Traum auch ist der "Rheinische Sauerbraten", der in einer köstlichen Marinade Aromen erhalten hat, die später mit der vorzüglichen Sauce, den Beigaben und einem tollen Rotwein aus Baden ein umwerfendes Geschmackserlebnis  besitzt.

Beeindruckend sind auch die Dessertrezepte, so etwa für einen "Weinbergspfirsich", der von einer Riesling-Spätlese erster Güte begleitet wird. 

Die Kontaktdaten der Weingüter sind zum Schluss alle aufgelistet und die Rezepte nach Suchbegriffen ebenso. Dieses Buch dokumentiert, was Kenner schon lange wissen: Wer hochwertigen Wein zu deutschen Speisen genießen möchte, sollte kreativ sein bei der Zubereitung besagter Speisen und sich Gedanken machen wie man diesen raffinierte Geschmacksnoten schenkt, Selbst ein vermeintlich profanes Linsengericht  kann zu einem Highlight werden, wenn man es in der Zubereitung nicht stiefmütterlich behandelt..... und welch Wunder erst, wenn sich dazu  ein traumhaft gut schmeckender Wein gesellt. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich.
Onlinebestellung: Callwey oder  Amazon

Rezension: #Gesundheit aus dem Rebstock- #Forum_Wein& Gesundheit e.V.

Anlässlich des 20 jährigen Bestehens des Forums Wein & Gesundheit e.V. haben Mitglieder des Forums dieses bemerkenswerte Buch herausgebracht. Es handelt sich um eine Textsammlung zum Thema "Wein und Gesundheit" von unterschiedlichen Autoren, darunter zahlreiche Ärzte und auch Prof. Dr. med. Bernd Krönig, mit dem ich im Frühling dieses Jahres ein Interview realisieren konnte. 

Der Journalist und Autor Heinz –Gert Woschek bringt den Lesern zunächst Wein und Gesundheit im Spiegel der Fachliteratur nahe. Er schreibt über antike Grundlagen, erwähnt dabei Werke griechischer und römischer Gelehrter, Philosophen und Schriftsteller und befasst sich dann mit Klostermedizin und Naturmedizin. Hier hat bereits im 11. Jahrhundert Hildegard von Bingen von der heilenden Wirkung des Weines geschrieben. Ihr folgten andere Autoren mit klösterlichem Hintergrund, die sich ebenso positiv in punkto Wein und Gesundheit äußerten. 

Viel später dann im 19. Jahrhundert entwickelte der Chemiker Jean –Antoine Chaptal (1756-1837) das Prinzp der Alkoholanreicherung mittels Zuckerung (Rohr- oder Rübenzucker) vor oder während der Vergärung (Chaptalisation). Damit schuf er die Grundlage für Aufklärungsschriften gegen die immer noch verbreitete Unsitte der Weinfälschung. Woschek verfolgt die Literatur bis ins Hier und Jetzt und resümiert, dass inzwischen exakte Angaben beispielsweise von der Weltgesundheitsorganisation vorliegen, die das "rechte Maß" für Weingenuss auf medizinischer Basis genau beschreiben. 

Dr. med. Renate Willkomm erläutert u.a. auf welche Weise dem Wein Alkohol entzogen wird und Dipl. oec. troph Doris Goedecker zeigt wie man mit Wein genussvoll abnimmt. Maßvoller Weingenuss hat offenbar einen günstigen Einfluss auf den Insulinspiegel. Zudem wirkt Wein anregend auf die Absonderung von Speichel und Verdauungssäften und erhöht auf diese Weise die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen. Das Immunsystem wird stimuliert und die Verweildauer der Nahrung im Magen verlängert. Weiterhin wird der Kreislauf angeregt, der Cholesterinspiegel abgesenkt und auch das Risiko von koronaren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird niedriger. 

Prof. Dr. med Klaus Jung schreibt über mäßigen, dabei aber regelmäßigen Weingenuss als adäquate Anti-Aging-Maßnahme. Hier erfährt man mehr über Mechanismen des Alterns. Zur Sprache gebracht werden oxidativer Stress und DNA-Schäden. Neben genetischen Faktoren haben Umwelteinflüsse und Lifestyle einen wesentlichen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Prozesse. 

Auf welche Weise sich moderater Weingenuss als Anti-Aging-Faktor auswirkt wird ausführlich erläutert. So wird die Bildung von Nierensteinen deutlich herabgesetzt, das Immunsystem wird gestärkt und vieles andere mehr. Die antioxidative Kapazität von Wein und dessen telomer-schützende Fähigkeit kommen zur Sprache und es wird seitens Dr. med Kreuter hinterfragt, ob moderater Weingenuss vor Demenz und Alzheimer schützt. 

1,4 Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland an Alzheimer erkrankt. Erläutert werden die drei Stadien von Demenz bzw. Alzheimer und thematisiert wird, dass bei 3800 untersuchten Menschen, die älter als 65 Jahre waren und 3 Jahre hindurch täglich 0,25 bis 0.5 Wein tranken in deutlich geringerer Zahl an Demenz und Alzheimer erkrankten. Nach einer ganz neuen Studie von Prof. Siegfried Weyerer mindert sich das Alzheimerrisiko bei Menschen im Alter von 75  Jahren durch moderaten Weingenus um 42%. 

Dr. med Gerhard Kreuter erklärt die Schutzwirkung des Weines vor Demenz und Alzheimer und listet auf, was ansonsten noch Altersdemenz und Alzheimer vorbeugt. Wichtig scheint mir nach der Lektüre völlig auf Glutamat zu verzichten und sich mediterran zu ernähren, sowie Körper und Geist fit zu halten. Ein geregelter Tagesablauf und gute Beziehungen sind bei allem auch ein Garant dafür, nicht dahinzudämmern. 

Ein weiteres Thema ist die Funktion des Weines bei der Krebstherapie. Durch Wein wird die Zellalterung verlangsamt und die Krebssterblichkeit herabgesetzt. 

Prof. Dr. med Bernd Krönig schließlich schreibt über Wein und Herz und kommuniziert Studien zur koronaren Herzkrankheit, zum akuten Herzinfarkt und zur Herzinsuffizienz. Auch hier zeigt das Ergebnis, dass ein moderater Weingenuss (am besten zu den Mahlzeiten), das Krankheitsrisiko mindert. 

Für alle die gerne Wein trinken, ist dies eine Bestätigung, dass sie klug handeln und ein moderater Wein-Genuss wirklich angesagt ist, wenn man lange gesund bleiben möchte. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

Website des Forums Wein & Gesundheit:http://www.weinundgesundheit.de/

Überall im Fachhandel erhältlich
ISBN 9783942051-798

Rezension Peter J. König: Tilar J. Mazzeo-Veuve Clicquot- Die Geschichte eines Champagnerimperiums und die Frau, die es regierte

Veuve Clicquot Ponsardin eines der führenden Champagnerhäuser unsere Zeit hat schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts einen höchst respektablen Klang, gilt als Inbegriff des luxuriösen Genusses auf allen Märkten weltweit und gehört zu den bekanntesten Labels überhaupt. Wie es dazu kam und welche Person unverrückbar damit verbunden ist, ohne die diese Weltmarke niemals zustande gekommen wäre, schildert dieses spannende und überaus informative Buch.

Madame Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin ist als Tochter des reichen Tuchhändlers Monsieur Ponsardin in Reims in den Wirren der Französischen Revolution aufgewachsen, hat den Sohn des ebenfalls begüterten Mitbewerbers im Tuchhandel und Nachbarn Monsieur Clicquot geheiratet, dessen ganze Leidenschaft dem Weinhandel galt. Weine besonderer Güte wurden schon immer an den Hängen der Berge im Marnetal angebaut. Diese galt es innerhalb und außerhalb Frankreichs zu vermarkten, eine Aufgabe und ein neuer Geschäftszweig, dem sich das junge Ehepaar mit aller Kraft widmete. Doch das Familienglück sollte nicht von langer Dauer sein. Wenige Jahre später wurde aus Madame Clicquot Ponsardin die Witwe, "Veuve Clicquot Ponsardin", die nun mit einer kleinen Tochter und dem gerade erst sich mit Schwierigkeiten entwickelnden Weinhandelshaus alleine dastand. Ohne eine kaufmännische Ausbildung, nur mit Intelligenz und einem unbändigen Willen ausgestattet, entschied sie, alleine das Unternehmen zu betreiben. Dies sollte nicht nur der Beginn einer der größten weiblichen Unternehmenskarrieren aller Zeiten werden, sondern durch die Erweiterung der Weinherstellung zu einer fortan revolutionären Champagnerproduktion wurde die Witwe Clicquot zu einer der reichsten Frauen Frankreichs, ja der ganzen Welt.

Dabei waren die Zeiten alles andere als hilfreich für den Aufbau eines internationalen Handelshauses. Die napoleonischen Kriege, politische Umstürze und Handelsbarrieren, einhergehend mit miserablen Weinernten in der nunmehr als Champagne bekannten Landschaft um Reims stellten die später als „grande dame“ gefeierte Madame Veuve Clicquot vor fast unlösbare Aufgaben. Letztendlich hat sie diese Probleme mit der ihr eigenen Weitsicht, dem Mut zum Risiko und ihrem unermüdlichen Arbeitswillen gemeistert. In Russland und in England war ihr Champagner legendär und dort auch konnte sie ein sagenhaftes Vermögen verdienen. Dies investierte sie wiederum in neue Weinbergs Lagen, erwarb Landsitze und Schlösser und hatte Zugang zu den allerhöchsten Adelskreisen in ganz Frankreich.

Im Zuge ihrer Expansion entwickelte sie neue Verfahren bei der Champagnerherstellung und sie war die erste Unternehmerin überhaupt, die sich die Mitarbeit externer Manager sicherte und nicht allein auf Familienmitglieder zurückgriff, was sich als überaus erfolgreich herausstellte und wegweisend für die zukünftige, allgemeine Unternehmenskultur werden sollte.

Da in der Literatur so gut wie gar nichts über das Leben und Wirken von Madame Veuve Clicquot Ponsardin veröffentlicht worden ist, im Gegensatz zur Firmengeschichte des Champagnerhauses Veuve Clicquot Ponsardin in Reims, das ihren Namen trägt und heute mehr denn je für ein besonderes Trinkvergnügen steht, ist das hier vorliegende Buch von großer Bedeutung. Nicht nur das die Entwicklung des Champagners hier deutlich gemacht wird, der Leser hat auch einen sehr erhellenden Einblick in die europäische Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, die Entwicklung der fortschreitenden Industrialisierung mit der neuen Mobilität durch die Eisenbahn, bis hin zum Gezeitenwandel der französischen Gesellschaft und welche Rolle die Frauen dabei spielten oder auch nicht.

Die Autorin Tilar J. Mazzeo hat mit viel Akribie und voller Neugierde das Leben von Madame Clicquot Ponsardin recherchiert. Neben unendlichen Stunden in Archiven hat sie alle jene Plätze aufgesucht wo "La Veuve Clicquot" gelebt und gearbeitet hat. Sie hat mit den Menschen in der Champagne gesprochen, um zu erfahren, ob und wieweit das Leben der "grande dame" hier noch nachwirkt. Alles zusammen wurde zu einem sehr lesenswerten Buch zusammengefasst, das nicht nur exemplarisch eine einzigartige Unternehmerpersönlichkeit skizziert sondern auch eine ganz besondere Frau würdigt.

Sehr empfehlenswert

Peter J.  König

Überall im Fachhandel erhältlich.

Rezension: #Gault_Millau_Weinguide_Deutschland_2016- #Joel_B_Payne #Christian

Den Gault& Millau schätze ich seit vielen Jahren, obschon er bekanntermaßen nicht nur Freunde hat und ich mich lange mit den Rezensionen seiner Kritiker auseinander gesetzt habe, um auszuloten, ob deren Kritik tatsächlich auch fair ist. Sie ist es zumeist nicht, denn die Kritik wird selten wirklich nachvollziehbar begründet. Dies aber ist notwendig, wenn man fair bleiben möchte. 

Wer bewertet, schafft sich immer Feinde. Bei der Fülle der Weine, die im Gault& Millau getestet werden, können freilich keine detaillierten Begründungen geliefert werden und das sorgt möglicherweise für Verdruss. Hier ist Vertrauen angesagt.

Die Noten und Weingutbeschreibungen sind das Ergebnis vieler Verkostungen von Weinprofis, die beruflich nicht im Kontakt mit den zu testenden Weingütern stehen, versichert der Gault& Millau. Es wird immer im Team verkostet, liest man, um auf diese Weise Tagesschwankungen auszugleichen. Auf den letzten Seiten des Buchs werden die 18 Tester näher vorgestellt. Unter ihnen ist auch der Chefredakteur #Sascha_Henn, der zum Abschluss des Buches eine lesenswerte Kolumne verfasst hat. Angeführt wird die Testerpräsentation vom charmanten Chefredakteur und Herausgeber #Joel_B_Payne, der zu Beginn mit dem Vorwort aufwartet. 

Kommuniziert werden zunächst die #Weintrends 2016, die sich als interessanter aber auch erfreulicher Lesestoff erweisen, speziell #Romana_Echenspergers Plädoyer auf die Rebsorte #Silvaner. 

Alsdann werden die Jahressieger vorgestellt: Dabei werden die Wahl sehr präzise begründet. Winzer des Jahres 2016 sind Peter Bernhard und #Peter_Jakob_Kühn, Weingut  Peter Jakob Kühn,  Oestrich, Rheingau. 

Es folgen weitere Jahressieger: 

Florian Lauer, Weingut Peter Lauer, Mosel, Kollektion des Jahres, 
Philipp, Wolfgang und Ulrich Luckert, Weingut Luckert, Aufsteiger des Jahres, 
Hans Erich Dausch, HE-Weine, Landau Pfalz, Entdeckung des Jahres, 
Frank Glür, Esszimmer München, Sommelier des Jahres 
Sebastian Georgi, 485 Grad Köln Weinkarte des Jahres

Präsentiert werden dann in der Folge die Siegerweine und auch die Spitzenreiter im Segment Winzersekt, Spätburgunder, Weißer Burgunder, Silvaner, Riesling trocken 2014 und andere mehr, so etwa die Spitzenreiter Edelsüß 2012. 

Über die Rebsorten in Deutschland erfährt man Wissenswertes, bevor man aufgeklärt wird, wie überhaupt der Weinguide entsteht, wie bewertet wird und wie man ihn liest. Das Notensystem wird näher erläutert und dann geht es wie jedes Jahr zur Sache. 

Vorgestellt werden von Seite 85- 919 die Regionen, die 1000 besten Weinerzeuger und 11.745 Weine. 

Den Beurteilungen der Weingüter und ihrer Weine pro Region, wurde stets eine lesenswerte Kolumne vorangestellt, die sich auf die Weine oder Belange der jeweiligen Region bezieht. Die einzelnen Weingüter sind mit Bewertungstrauben versehen. Zunächst werden stets die Kontaktdaten genannt. Man erfährt, wer Inhaber und wer Kellermeister und Betriebsleiter ist. Die Öffnungszeiten werden auch genannt und zudem Besonderheiten, wie etwa Informationen im Hinblick auf hauseigene Restaurants oder Straußwirtschaften.

Dann liest man immer Wissenswertes zur Rebfläche, der Jahresproduktion, zu den besten Lagen, zu dem Boden, den Rebsorten, dem Durchschnittsertrag und den besten Jahrgängen. Anschließend erfolgt ein Kurzportrait des Winzer und seiner Weine und es werden die verkosteten Weine aufgelistet sowie die Gault Millau Bewertung angeführt. 

Nachtesten ist angesagt, denn die Bewertungen sind kein Endurteil. Ein solches gibt es in Sachen Wein generell nicht. 

Ein Bild von einem typischen Flaschenetikett rundet das Ganze ab. Insgesamt erhält man einen guten Überblick, auch wenn die getesteten Weine nicht ausführlich beschrieben werden. Solche Beschreibungen sind auch nicht Gegenstand dieses Weinführers dieser Art. 

Der Anhang weist u.a. die besten Winzer der letzten 10 Jahre aus, erläutert das deutsche Weinetikett und nennt auch gute Fachhändler für deutsche Weine. Das Buch enthält eine Karte mit persönlichen Zugangsdaten zu den exklusiven Web&App-Services des Gault-Millau Weinguide Deutschland 2016. 

Wie stets ist  auch in diesem Jahr der Hault_Millau_Weinguide_Deutschland empfehlenswert, um sich einen guten Überblick zu verschaffen und sich alsdann konkret in die Weine zu vertiefen. 

Helga König 

Überall im Fachhandel erhältlich

Onlinebestellung: Christian- Verlag oder Amazon 

Rezension: Warum wir #Wein machen- Richter, Pattas, Maupilé- #Ulmer

Zu den Machern des Buches: Der Weinjournalist #Fritz_Richter ist seit 1976 Mitglied der Heidelberger Weinbruderschaft Kurpfalz und war einige Jahre deren Ordenskanzler. Der belgische Sommelier #Evangelos_Pattas wurde bereits 2007 zum Sommelier des Jahres gekürt. Seit 2010 ist Inhaber des 1- Sterne- Restaurants "Délice". #David _Maupilé arbeitet als Fotograf für namhafte Unternehmen. 

Im vorliegenden Buch werden 15 kreative #Winzer und deren #Lieblingsweine vorgestellt.  Dabei werden die Texte  von sehr beeindruckenden Fotos begleitet. Wie Fritz Richter in seinem Vorwort schreibt, gibt es in Deutschland rund 70. 000 Winzer, die auf etwa 100. 000 Hektar Wein anbauen. 

Eine kleine Elite unter ihnen übt den Beruf mit besonderer Leidenschaft aus. Um solche Winzer geht es in diesem Werk. Vorgestellt werden: Weingut Herzog von Württemberg, Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach, Collegium Wirttemberg, Weingut Carl Loewen, Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Weingut Emrich-Schönleber, Weingut Friedrich Becker, Weingut Franz Keller, Staatlicher Hofkeller Würzburg, Weingut Markgraf von Baden, Weingut Wittmann, Weingut "Zur Schwane", Winzerhof Gussek, Weingut Drautz-Able, Weingut Seeger. 

Jeder Winzer ließ zwei seiner Lieblingsweine durch den Sommelier Evangelos Pattas beurteilen. Die Weine sind sehr gut beschrieben und der Ausbau sowie die Lage werden bestens skizziert. Eckdaten zu den Weinen werden auch stets genannt und ferner  auch Speiseempfehlungen. 

Einige der Weingüter haben wir in den letzten Jahren auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Umso interessanter war es für mich, die Weinbeschreibungen des Sommeliers Evangalos Pattas zu lesen und seine Schwerpunkte dabei auszuloten. 

Das größte Weingut Deutschlands  sind  übrigens die Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach. Das Gut besteht bereits fast neunhundert Jahre. Über die Geschichte erfährt man Wissenswertes, so auch, dass Goethe an seinem 65. Geburtstag Wein vom Kloster Eberbach getrunken hat. Die "Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach“ bewirtschaften 250 Hektar und sind aus mehreren Domänen entstanden, die teilweise 100 km voneinander entfernt liegen. Vier Standorte des Weingutes werden genannt: Die Domäne #Bergstraße in #Heppenheim, die Domäne #Assmannshausen, die Domäne #Rauenthal und die Einzelllage #Steinberg. Als Lieblingsweine werden vorgestellt "2013 Bensheimer Kalkgasse Crescentia Riesling feinherb" und 2012er "Rüdesheimer Berg Schlossberg Spätburgunder "Großes Gewächs" trocken. 

Sehr spannend fand ich die Beschreibung des Aufsteigers  "Collegium Wirttemberg". Es entstand 2007 aus der 1936 gegründeten Weingärtnergenossenschaft Rotenberg und der 1906 gegründeten Weingärtnergenossenschaft Uhlbach. Mit seinen 127 Hektar Anbaufläche ist es der größte Weinbaubetrieb Stuttgarts. 

Interessant auch sind die Informationen zu den ältesten Weinbergen des Moselweingutes Carl Loewen und natürlich die Infos zum Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, über dessen Geschichte man auch viel Wissenswertes erfährt. 

Das Weingut Emrich-Schönleber an der Nahe wartet mit zwei Weinen auf, von denen Weinliebhaber immer wieder träumen, wenn sie das Glück hatten, diese bereits irgendwann getrunken zu haben. Es handelt sich um den "2013er Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling" und den "2013er Monzinger Halenberg Riesling "Großes Gewächs". 

Es lohnt sich alle Weingüterbeschreibungen ausführlich zu studieren, die Weinbeschreibungen zu lesen und die wundervollen Impressionen des Fotografen David Maupilé zu bestaunen. Dabei haben mir die  herbstlichen Stimmungsbilder von der Weinbergen des Weinguts Emrich-Schönleber besonders gut gefallen und des Weiteren die Bilder von der Weinlese im Weingut Franz Keller Schwarzer Adler. Der 2012er Spätburgunder Eichberg "Großes Gewächs" trocken macht mich von der Beschreibung her überaus neugierig. Dazu eine "Rehkeule mit Spitzkohl geschmort" scheint mir tatsächlich ein Festtagstraum. 

Ein schönes, informatives Buch. 

Empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum  Verlag Ulmer und können dort das Buch direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.ulmer.de/Warum-wir-Wein-machen,L1VMTUVSU0hPUF9ERVRBSUw_U0hPUF9JRD00NzMwNTk2Jk1JRD0zMjEw.html?UID=583DD406C09BEFEECA5CB945D75355D2768BA8575C1E56FF0D

Link zu:  Amazon